Gold- und Silberpreis: Mögliche Einflussfaktoren im Jahr 2026
Gold und Silber haben im Jahr 2025 das Interesse der Anleger auf sich ziehen können.
Trotz der jüngsten Rekordserie dürften beide Edelmetalle weiterhin im Spannungsfeld aus geldpolitischen und geopolitischen Entwicklungen sowie Inflationserwartungen stehen.
Während Gold traditionell als „Wertaufbewahrungsmittel“ angesehen wird, weist Silber eine doppelte Funktion auf: Neben der Bedeutung als Anlageobjekt findet das Metall zusehends Anwendung in der Industrie.
Auch im Jahr 2026 stellt sich für Anleger die Frage, ob die jüngste Aufwärtsbewegung nachhaltiger Natur ist. Erhalten Sie im Folgenden einen Blick auf die zentralen Einflussfaktoren und welche Bedeutung die Edelmetalle im laufenden Jahr haben könnten.
Keyfacts
Der Gold- (Feinunze) und Silberpreis (Unze) haben in US-Dollar im Jahr 2025 jeweils ein Rekordhoch erklimmen können
Geldpolitische- und geopolitische Entwicklungen, Zentralbankkäufe und Industrienachfrage dürften Einfluss gehabt haben
Anleger sollten jedoch mit einer erhöhten Volatilität rechnen und sich auf mögliche Rücketzer im geldpolitischen und konjunkturellen Kontext gefasstmache
Makroökonomische und geopolitische Einflusskfaktoren
Einen nicht unbedeutenden Einfluss auf das Marktgeschehen dürften die geopolitischen Entwicklungen gehabt haben.
Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland galt im vergangenen Jahr als eines der zentralen Risikofaktoren, welcher Anleger möglicherweise auch in diesem Jahr begleiten dürfte.
Auch der Nahostkonflikt hatte Anleger rund um den Globus im vergangenen Jahr beschäftigt und somit die Nachfrage nach Gold- und Silber womöglich ansteigen lassen.
Zu Jahresbeginn waren es zudem die Spannungen zwischen den USA und Venezuela, welche für zusätzliche Unsicherheit gesorgt hatten. Die Vereinigten Staaten hatten das Land angegriffen und den Staatspräsidenten Nicolás Maduro in Gewahrsam genommen.
Auch der Grönland-Konflikt könnte Anleger im Jahresverlauf weiterhin beschäftigen. US-Präsident Donald Trump hatte nach seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf seiner Internetplattform „Truth Social“ geschrieben, dass er mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte eine Einigung über einen „Rahmen für eine künftige Vereinbarung“ in puncto Arktis-Sicherheit erzielt habe. Allerdings könnte die Unsicherheit über die den zukünftigen Werdegang im Grönland-Konflikt weiter anhalten.
Geld- und Zinspolitik der großen Notenbanken Federal Reserve (Fed) und Europäische Zentralbank (EZB)
Die Aussicht auf weiter sinkende Kapitalmarktzinsen dies- und jenseits dürften dem Gold- und Silberpreis im Jahr 2025 verstärkt in die Karten gespielt haben. So hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im letzten Jahr insgesamt drei Mal in Höhe eines Viertelprozentpunkts hintereinander an den berüchtigten Zinsschrauben nach unten gedreht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat insgesamt nach sieben Zinssenkungen in Serie den für Sparer bedeutenden sogenannten Einlagenzins im Juli 2025 zuletzt bei 2,0 Prozent belassen. In den USA liegt das Zinsband bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Denn niedrigere Zinsen reduzieren die im Jargon sogenannten Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen wie etwa Gold und Silber. Beide zählen seit Dekaden mit zu den bedeutendsten Edelmetallen.
Wer wird Nachfolger von Fed-Notenbank-Chef Jerome Powell?
Als eines der Gesprächsthemen könnten im Jahr 2026 die Spekulationen rund um den Nachfolger Jerome Powells werden. Gehandelt wurde etwa der Trump-Vertraute Kevin Hassett, welcher Ökonom ist und als früherer Berater von US-Präsident Donald Trump fungiert. Als weitere Kandidaten auf den Nachfolge-Posten zählten Fed-Direktoriums-Mitglied Christopher Waller und Kevin Warsh mit Fed-Vergangenheit. US-Präsident Donald Trump hatte am 30.01.2026 Kevin Warsh als Powell-Nachfolger vorgeschlagen. Allerdings bedarf es noch der Zustimmung des Senats.
Auswirkungen des US-Dollars auf den Gold- und Silberpreis
Ein schwächerer US-Dollar kann Gold und Silber für Anleger außerhalb der Dollarraums attraktiver machen, was die Preise tendenziell treiben kann.
US-Dollar-Index

Quelle: TradingView
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Käufe durch Zentralbanken und institutionelle Nachfrage
Zentralbanken wie etwa aus China haben ihre Goldreserven erhöht, um sich womöglich unabhängiger von Dollarrisiken zu machen, was den Goldpreis zusätzlich gestützt haben dürfte.
Zudem dürften auch die Zuflüsse in Gold- und Silber-ETFs ebenfalls zum Aufwärtstrend beigetragen haben.
Industrienachfrage nach Silber
Silber ist nicht zuletzt auch stark von der industriellen Nachfrage abhängig. Allerdings können Einflussfaktoren wie die Minenproduktion, Lieferschwankungen als auch politische Unwägbarkeiten das Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage beeinflussen.
Gold (XAU/USD)

Quelle: TradingView
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Silber

Quelle: TradingView
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Fazit
Die Edelmetalle Gold und Silber haben im Jahr 2025 deutlich an Glanz hinzugewinnen und jeweils ihre Bestmarken aus der Vergangenheit mehrfach egalisieren können. Neben der Aussicht auf Leitzinssenkungen dies- und jenseits des Atlantiks waren es die geopolitischen Risiken wie etwa zwischen der Ukraine und Russland oder im Nahen Osten, welche Investoren verstärkt in die Edelmetalle getrieben haben dürften. Nennenswert bleiben jedoch neben den Zentralbankkäufen auch die instituionelle Nachfrage nach produktspezifischen ETFs und der Industrie, insbesondere nach Silber.
Auch im Jahr 2026 könnten insbesondere die geopolitischen Unwägbarkeiten Anleger erneut in die Edelmetalle bewegen.
Auf der Gegenseite gilt es jedoch zu beachten, dass weitere Leitzinssenkungen durch die Fed und EZB alles andere als ausgemachte Sache sind. In diesem Zusammenhang könnte es auch zu Zinsenttäuschungen kommen.
Damit könnte auch die Entwicklung der Inflation sowie die fiskalische Konstellation einiger Industrienationen nach wie vor eine bedeutende Rolle für die Preisbildung von Gold und Silber einnehmen. Zudem dürften eine anhaltend hohe Staatsverschuldung sowie steigende Haushaltsdefizite das Vertrauen in Fiat-Währungen untergraben und die Nachfrage nach realen Sachwerten möglicherweise stützen.
Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass Edelmetalle auch im Jahr 2026 auf Interesse stoßen könnten. Anleger sollten jedoch mit einer erhöhten Volatilität rechnen und sich auf mögliche Rücketzer im geldpolitischen und konjunkturellen Kontext gefasstmachen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Um wie viel Prozent sind der Gold- und Silberpreis im Jahr 2025 gestiegen?
Während die Feinunze Gold (in US-Dollar) im Jahr 2025 um rund 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat zulegen können, kletterte der Silberpreis (Unze) im gleichen Zeitraum um rund 144 Prozent an.
Welche zentralen Faktoren haben die Edelmetalle Gold und Silber im Jahr 2025 beeinflusst?
Zentralbanken wie etwa aus China haben ihre Goldreserven erhöht, um sich womöglich unabhängiger von Dollarrisiken zu machen, was den Goldpreis zusätzlich gestützt haben dürfte.
Zudem dürften auch die Zuflüsse ind Gold- und Silber-ETFs ebenfalls zum Aufwärtstrend beigetragen haben.
Welche Faktoren könnten im Jahr 2026 von Bedeutung sein und welche Risiken drohen?
Auch im Jahr 2026 könnten insbesondere die geopolitischen Unwägbarkeiten Anleger erneut in die Edelmetalle bewegen.
Auf der Gegenseite gilt es jedoch zu beachten, dass weitere Leitzinssenkungen durch die Fed und EZB alles andere als augemachte Sache sind. In diesem Zusammenhang könnte es auch zu Zinsenttäuschungen kommen.
Damit könnte auch die Entwicklung der Inflation sowie die fiskalische Konstellation einiger Industrienationen nach wie vor eine bedeutende Rolle für die Preisbildung von Gold und Silber einnehmen. Zudem könnten eine anhaltend hohe Staatsverschuldung sowie steigende Haushaltsdefizite das Vertrauen in Fiat-Währungen untergraben und die Nachfrage nach realen Sachwerten möglicherweise stützen.
Wie oft hat die Notenbank Fed die Zinsen im Jahr 2025 gesenkt?
Die Aussicht auf weiter sinkende Kapitalmarktzinsen dies- und jenseits dürften dem Gold- und Silberpreis im Jahr 2025 verstärkt in die Karten gespielt haben. So hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im letzten Jahr insgesamt drei Mal in Höhe eines Viertelprozentpunkts hintereinander an den berüchtigten Zinsschrauben nach unten gedreht.
In den USA liegt das Zinsband bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Denn niedrigere Zinsen reduzieren die im Jargon sogenannten Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen wie etwa Gold und Silber.
Welche Risiken lauern?
Anleger sollten jedoch mit einer erhöhten Volatilität rechnen und sich auf mögliche Rücketzer im geldpolitischen und konjunkturellen Kontext gefasstmachen. Auch Entspannungssignale auf geopolitischer Ebene könnten zulasten der Edelmetalle Gold und Silber gehen.