StartseiteMarktanalyseWas ist der Hedging-Modus und wie wird er beim Trading eingesetzt?

Was ist der Hedging-Modus und wie wird er beim Trading eingesetzt?

Wollten Sie schon einmal zwei Positionen gleichzeitig auf demselben Markt offen halten – allerdings in entgegengesetzte Richtungen?
Von Capital.com Research Team
Was ist der Hedging-Modus und wie wird er beim Trading eingesetzt?
Photo: Shutterstock

Vielleicht gehen Sie davon aus, dass sich der Markt bald stark bewegen wird, sind sich aber nicht sicher, in welche Richtung. Oder vielleicht haben Sie bereits eine Position offen und möchten Ihren Gewinn vorübergehend absichern oder Ihren Verlust begrenzen, ohne die Position vollständig zu schließen.

Hier kommt der Hedging-Modus ins Spiel. Diese Funktion bietet Ihnen mehr Flexibilität beim Risikomanagement und bei der Umsetzung Ihrer Trading-Strategie.

Was ist der Hedging-Modus?

Der Hedging-Modus auf Capital.com ist eine Plattformfunktion, mit der Sie gleichzeitig eine Long-Position (Kauf) und eine Short-Position (Verkauf) auf demselben Markt eröffnen können. Anstatt sich auf eine einzige Richtung festzulegen, können Sie zwei entgegengesetzte Positionen halten und diese separat verwalten.

Dies unterscheidet sich vom standardmäßigen Trading-Modus, bei dem das Eröffnen einer entgegengesetzten Position automatisch Ihre bestehende Position schließt. Bei aktiviertem Hedging-Modus bleiben beide Positionen aktiv, sodass Sie mehr Kontrolle über Ihr Exposure und das Timing haben.

Warum nutzen Trader den Hedging-Modus?

Der Hedging-Modus basiert auf einem einfachen Prinzip – Ihre Kauf- und Verkaufspositionen bleiben unabhängig voneinander, anstatt sich gegenseitig aufzuheben. Das Eröffnen eines Trades in die entgegengesetzte Richtung schließt die ursprüngliche Position nicht. Stattdessen verwalten Sie beide separat und können jede der beiden Positionen jederzeit schließen.

Unabhängige Positionsverwaltung

Jede Position hat ihren eigenen Einstiegskurs sowie ihren eigenen Gewinn oder Verlust und kann separat geschlossen werden. Wenn Sie beispielsweise 5.000 Einheiten GBP/USD zu 1,2850 long sind und später 5.000 Einheiten zu 1,2900 verkaufen, bleiben beide Trades offen. Sie heben sich nicht gegenseitig auf. Gewinne und Verluste werden für jede Position separat berechnet – fällt der Kurs, verliert die Long-Position an Wert, während die Short-Position gewinnt.

Margin-Anforderungen

Margin gilt für die größere Seite Ihres Hedges. Sie benötigen ausreichend verfügbares Guthaben, um die Seite – Long oder Short – mit der höheren Margin-Anforderung abzudecken, anstatt beide Seiten gleichzeitig. Wenn beide Seiten dieselbe Margin-Anforderung haben, gilt die Margin nur für eine Seite. Dies bestimmt, wie viel verfügbares Guthaben Sie beim Trading mit Hebel benötigen.

Flexibilität bei Spreads

Im Hedging-Modus können Positionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder Kursen eröffnet werden. Sie zahlen den Geld-Brief-Spread für beide Positionen. Für jede Position fallen zudem Overnight-Finanzierungskosten an, wenn sie über den Trading-Tag hinaus gehalten wird. Nach der Eröffnung können Sie jede Position jederzeit unabhängig von der anderen schließen.

Positionen unabhängig voneinander schließen

Sie können eine Seite eines Hedges schließen, ohne die andere zu beeinflussen. Sie könnten beispielsweise eine Short-Position nach einem Rücksetzer schließen und die Long-Position offen lassen – oder umgekehrt. Diese Flexibilität unterscheidet den Hedging-Modus vom Standardmodus.

So nutzen Sie den Hedging-Modus beim Trading

Das Absichern eines Trades mithilfe des Hedging-Modus erfolgt in wenigen einfachen Schritten.

  • Schritt 1: Bestimmen Sie Ihre Position Überprüfen Sie Ihre offenen Trades. Wählen Sie eine Position aus, die Sie absichern möchten – beispielsweise einen Long-Trade, der kurzfristiger Volatilität ausgesetzt ist. Notieren Sie die Größe und den Einstiegskurs der Position, um zu bestimmen, in welchem Umfang Sie diese absichern möchten.
  • Schritt 2: Bestimmen Sie die Größe Ihres Hedges Sie können Ihre Position vollständig oder teilweise absichern. Bei einem vollständigen Hedge (Verhältnis 1:1) wird eine entgegengesetzte Position derselben Größe eröffnet. Wenn Sie beispielsweise 10.000 Einheiten EUR/USD long sind, sichern Sie Ihr Exposure durch den Verkauf von 10.000 Einheiten vollständig ab. Bei einem teilweisen Hedge, beispielsweise durch den Verkauf von 5.000 Einheiten, wird die Hälfte der Position abgesichert, während ein gewisses direktionales Exposure bestehen bleibt.
  • Schritt 3: Eröffnen Sie die entgegengesetzte Position Platzieren Sie einen Trade in die entgegengesetzte Richtung auf demselben Instrument. Im Hedging-Modus bleibt dieser neue Trade parallel zu Ihrer ursprünglichen Position bestehen, anstatt diese zu schließen.
  • Schritt 4: Überwachen und verwalten Beobachten Sie die Entwicklung beider Positionen. Verluste auf der einen Seite können durch Gewinne auf der anderen Seite ausgeglichen werden. Dieser Ansatz kann das Abwärtsrisiko in volatilen Märkten begrenzen, reduziert jedoch auch das potenzielle Aufwärtspotenzial.
  • Schritt 5: Schließen Sie eine Seite, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist Sobald sich die Bedingungen ändern oder Ihr Ziel erreicht ist, können Sie jede Seite unabhängig von der anderen schließen. Sie können auch beide Positionen schließen, wenn Sie kein Exposure mehr halten möchten.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Beispiel für Hedge-Trading

Angenommen, Sie haben 50 Einheiten eines Gold-CFDs zu 2.000 $ gekauft, da Sie mit steigenden Kursen rechnen. Eine wichtige Ankündigung steht bevor und Sie möchten Ihr Risiko steuern, ohne Ihre Position zu schließen.

Sie eröffnen einen Short-Hedge über 25 Einheiten zu 2.050 $. Sie halten nun:

  • Long: 50 Einheiten Gold zu 2.000 $
  • Short: 25 Einheiten Gold zu 2.050 $

Fällt Gold auf 1.900 $, verliert Ihre Long-Position 5.000 $, während Ihre Short-Position 3.750 $ gewinnt. Ihr Nettoverlust beträgt somit lediglich 1.250 $ statt 5.000 $.

Sobald die Volatilität nachlässt, schließen Sie die Short-Position und lassen die Long-Position offen. Steigt Gold später auf 2.100 $, gewinnt Ihre Long-Position 5.000 $ – zusammen mit dem zuvor erzielten Gewinn aus dem Hedge beträgt Ihr Gesamtgewinn 8.750 $.

Wäre der Markt stattdessen weiter gestiegen, hätte Ihr Hedge einen Teil der Gewinne begrenzt, Sie jedoch vor potenziellen Verlusten geschützt, falls sich die Marktbedingungen umgekehrt hätten.

Mit dem Hedging-Modus können Sie Ihr Exposure steuern, ohne Ihre Kernposition zu schließen.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Hedging-Strategien für CFD-Trader

Hedging-Strategien können dabei helfen, das Risiko-Exposure beim CFD-Trading zu steuern. Hier sind vier gängige Ansätze für den Einsatz des Hedging-Modus.

  • Daytrading: Hedges zur Steuerung des Exposures bei kurzfristiger Volatilität. Daytrader können einen Short-Hedge eröffnen, wenn das Momentum nachlässt, und ihn schließen, sobald die Richtung klarer wird.

  • Swing-Trading: Hedges, die eingesetzt werden, wenn wichtige Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus getestet werden. Ein Short-Hedge kann einen Long-Trade absichern und gleichzeitig Zeit bieten, den Markt neu einzuschätzen.

  • Position-Trading: Hedges zur Reduzierung des Exposures während vorübergehender Korrekturen bei gleichzeitiger Beibehaltung einer langfristigen Markteinschätzung. Die Größe des Hedges kann an veränderte Marktbedingungen angepasst werden.

  • Trend-Trading: Hedges, die eingesetzt werden, wenn unklar ist, ob sich ein Trend fortsetzen oder umkehren wird. Ein Hedge kann nicht realisierte Gewinne absichern, bis sich eine neue Trendrichtung klarer abzeichnet.

Weitere Ansätze finden Sie in unseren Leitfäden zu CFD-Trading-Strategien. Jegliches Trading ist mit Risiken verbunden. Es empfiehlt sich, Strategien zunächst in einem Demokonto zu testen, bevor Sie mit echtem Geld traden.

CFDs werden auf Margin getradet, und die Hebelwirkung verstärkt sowohl Ihre Gewinne als auch Ihre Verluste.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hedging-Modus beim CFD-Trading?

Der Hedging-Modus ist eine Funktion der Trading-Plattform, mit der Sie gleichzeitig Kauf- und Verkaufspositionen auf demselben Markt halten können. Jede Position wird unabhängig verwaltet. Daher wird eine bestehende Position nicht automatisch geschlossen, wenn Sie einen neuen Trade in die entgegengesetzte Richtung eröffnen. Dies bietet Ihnen mehr Flexibilität bei der Steuerung von Risiko und Exposure unter sich verändernden Marktbedingungen. CFDs werden auf Margin getradet – die Hebelwirkung verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste.

Wie unterscheidet sich der Hedging-Modus vom standardmäßigen Trading-Modus?

Im standardmäßigen Trading-Modus wird Ihre bestehende Position automatisch ausgeglichen oder geschlossen, wenn Sie auf demselben Markt eine entgegengesetzte Position eröffnen. Im Hedging-Modus bleiben beide Positionen als separate Trades offen, jeweils mit einem eigenen Einstiegskurs. Wenn Sie entgegengesetzte Positionen eröffnen, gilt die Margin nur für die Seite mit der höheren Margin-Anforderung – oder für eine Seite, wenn die Anforderungen für beide gleich hoch sind. Diese Struktur ermöglicht ein präziseres Risikomanagement über verschiedene Zeithorizonte oder Markteinschätzungen hinweg.

Kann ich den Hedging-Modus auf allen CFD-Märkten bei Capital.com nutzen?

Der Hedging-Modus ist auf der Capital.com-Plattform für die meisten CFD-Märkte verfügbar, darunter Aktien, Indizes, Rohstoffe, Kryptowährungen und Forex. Die Verfügbarkeit kann je nach Kontotyp und regionalen Vorschriften variieren. Daher empfiehlt es sich, vor dem Platzieren eines Trades die Einstellungen Ihrer Plattform zu überprüfen.

Beseitigt der Hedging-Modus das Trading-Risiko?

Nein. Der Hedging-Modus beseitigt das Risiko nicht vollständig – er hilft dabei, es zu steuern. Hedging kann Verluste auf einer Seite eines Trades reduzieren, zugleich jedoch auch potenzielle Gewinne auf der anderen Seite begrenzen. Jede offene Position ist mit eigenen Kosten verbunden, beispielsweise Spreads und Overnight-Finanzierungskosten. Diese sollten bei der Planung einer Trading-Strategie berücksichtigt werden.

Wann könnte ein Trader den Einsatz des Hedging-Modus in Betracht ziehen?

Ein Trader könnte den Hedging-Modus nutzen, wenn er im Markt bleiben, sein Exposure jedoch vorübergehend reduzieren möchte – beispielsweise vor wichtigen Nachrichtenveröffentlichungen oder in Phasen erhöhter Volatilität. Der Hedging-Modus kann außerdem dabei helfen, eine längerfristige Position beizubehalten und gleichzeitig einen kurzfristigen Trade in die entgegengesetzte Richtung einzugehen. Hedging sollte jedoch mit Bedacht und einem klaren Verständnis der Auswirkungen auf Margin und Kosten eingesetzt werden.