Fed Kevin Warsh als möglicher US-Notenbank-Chef
Seit Jahren gehört Kevin Warsh zu den einflussreichen, aber weniger öffentlich sichtbaren Stimmen in der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik. Als ehemaliges Mitglied des Zentralbankrats der Federal Reserve und Berater im Weißen Haus prägte er Debatten über die Geldpolitik und die Finanzmärkte.
Doch was zeichnet Kevin Warsh eigentlich aus und welche US-Geldpolitik ist unter ihm möglicherweise zu erwarten, wenn er Fed-Vorsitzender werden sollte?
Keyfact
- Die Amtszeit des Fed-Chefs Jerome Powell läuft im Mai 2026 aus
- Kevin Warsh soll laut Trump neuer Fed-Chef werden
- Unsicherheit über zukünftige US-Geldpolitik könnte Anleger zusehends beschäftigen
- Kevin Warsh positionierte sich in der Vergangenheit als geldpolitischer „Falke“ aber auch als Unterstützer einer lockeren Geldpolitik
Kevin Warsh im Steckbrief
Vereidigt wurde Kevin M. Warsh am 24. Februar 2006 als Mitglied des Board of Governors des Federal Reserve Systems. Geboren wurde Warsh in Albany, New York. Studiert hat er Politikwissenschaft mit Fokus auf Wirtschaftswissenschaften an der Stanford University.
Bereits Ende Januar wurde publik, dass Fed-Gouverneur Kevin Warsh nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump neuer Fed-Chef werden soll. Trump hatte zudem auf seiner Plattform mitgeteilt, dass er Warsh schon lange kenne und keinen Zweifel daran habe, dass er als einer der größten Fed-Chefs in die Historie eingehen werde, „vielleicht sogar als der Beste“.
Anfang März 2026 ernannte Donald Trump Kevin Warsh offiziell zum Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, wie das Weiße Haus in einer Mitteilung schrieb. Wenn der US-Senat die Ernennung bestätigt, würde Warsh als Powell-Nachfolger für eine vierjährige Amtszeit folgen.
Für welche Fed-Geldpolitik könnte Kevin Warsh in Zukunft stehen?
Warsh hatte in der Vergangenheit bei der Investmentbank Morgan Stanley gearbeitet. Danach wurde er von US-Präsident George W. Bush in das Weiße Haus als wirtschaftlicher Berater geholt. Im Jahr 2006 gelang ihm der Sprung zum Mitglied in den Zentralbankrat. Zu damaligen Zeitpunkt hatte er eine restriktive Geldpolitik befürwortet.
Von 2006 bis 2011 saß er im Direktorium der Notenbank. Damals galt er mit 35 Jahren als der jüngste Gouverneur in der Geschichte.
Doch in den vergangenen Monaten positionierte sich Warsh zusehends als Kritiker der geldpolitischen Ausrichtung unter Jerome Powell. So sprach er sich beispielsweise für Zinssenkungen aus, obwohl die US-Notenbank noch die Auswirkungen von der US-Zollpolitik unter Donald Trump auf die Teuerung abwarten wollte.
Für den 18. März, den 29. April, den 17. Juni, den 16. September, den 28. Oktober und dem 9. Dezember sind laut Plan entsprechende Leitzinsentscheide in den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve für das Jahr 2026 angekündigt.
Wann läuft die Amtszeit Jerome Powells aus?
Die Amtszeit des Fed-Chefs Jerome Powell läuft im Mai aus. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit Powell immer wieder kritisiert und Zinssenkungen gefordert. Zudem hatte er auch die Entlassung Powells beansprucht.
Das US-Justizministerium hatte im Januar 2026 zudem strafrechtliche Ermittlungen gegen den Vorsitzenden der Fed eingeleitet, wonach sich Powell mit einer Videobotschaft der Öffentlichkeit stellte.
„Die Androhung strafrechtlicher Konsequenzen ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf der Grundlage unserer bestmöglichen Einschätzung dessen festlegt, was im Interesse der Öffentlichkeit liegt, anstatt den Präferenzen des Präsidenten zu folgen“, sagte Powell.
Berichten zufolge prüfe die Staatsanwaltschaft des District of Columbia, ob Powell den Kongress über den tatsächlichen Umfang der Renovierungsarbeiten nicht richtig informiert habe. Das Projekt hatte am Ende deutlich höhere Kosten verursacht als im Vorfeld kalkuliert.
Fazit
Mit Kevin Warsh als möglicherweise zukünftigen Fed-Chef dürfte die Spannung an den Finanzmärkten wachsen. In diesem Zusammenhang könnte allerdings auch die Unsicherheit über die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik zunehmen. Unklar bleibt, welche Linie Warsh in Zukunft tatsächlich fahren wird und ob der schwierige Spagat gelingt, auf der einen Seite die Inflation weiterhin nachhaltig zu bekämpfen, ohne den globalen Konjunkturmotor abzuwürgen. Zudem bleibt abzuwarten, ob er die Interessen Donald Trumps, wie etwa Zinssenkungen, tatsächlich verfolgt und damit möglicherweise Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank aufkommen lassen könnte.
Für Marktteilnehmer dürfte zudem von hoher Bedeutung sein, wie viele Zinssenkungen im laufenden Jahr und darüber hinaus zu erwarten sind und wie insgesamt auf die Entwicklung der Inflation als auch des Arbeitsmarktes seitens der US-Währungshüter reagiert wird.
Unabhängig davon, ob Warsh als Fed-Chef durch den US-Senat final bestätigt wird oder nicht, dürfte ein neues Fed-Oberhaupt zunächst in erster Linie Unsicherheit für die Märkte bedeuten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wer ist Kevin Warsh und welche Position soll er in Zukunft einnehmen?
Vereidigt wurde Kevin M. Warsh am 24. Februar 2006 als Mitglied des Board of Governors des Federal Reserve Systems. Geboren wurde Warsh in Albany, New York. Studiert hat er Politikwissenschaft mit Fokus auf Wirtschaftswissenschaften an der Stanford University.
Bereits Ende Januar wurde publik, dass Fed-Gouverneur Kevin Warsh nach dem Willen von US-Präsident Donald Trumps neuer Fed-Chef werden soll. Trump hatte zudem auf seiner Plattform mitgeteilt, dass Warsh schon lange kenne und keinen Zweifel daran habe, dass er als einer der größten Fed-Chefs in die Historie eingehen werde, „vielleicht sogar als der Beste“.
Anfang März 2026 ernannte Donald Trump Kevin Warsh offiziell zum Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, wie das Weiße Haus in einer Mitteilung sagte. Wenn der US-Senat die Ernennung bestätigt, würde Warsh als Powell-Nachfolger für eine vierjährige Amtszeit folgen.
Für welche Geldpolitik könnte Kevin Warsh möglicherweise stehen?
Warsh hatte in der Vergangenheit bei der Investmentbank Morgan Stanley gearbeitet. Danach wurde er von US-Präsident George W. Bush in das Weiße Haus als wirtschaftlicher Berater geholt. Im Jahr 2006 gelang ihm der Sprung zum Mitglied in den Zentralbankrat. Zu damaligen Zeitpunkt hatte er eine restriktive Geldpolitik befürwortet.
Doch in den vergangenen Monaten positionierte sich Warsh zusehends als Kritiker der geldpolitischen Ausrichtung unter Jerome Powell. So sprach er sich beispielsweise für Zinssenkungen aus, obwohl die US-Notenbank noch die Auswirkungen von der US-Zollpolitik unter Donald Trump auf die Teuerung abwarten wollte.
Für welche Geldpolitik steht Jerome Powell?
Jerome Powell steht insgesamt für einen geldpolitisch überwiegend pragmatischen als auch datenabhängigen Kurs, welcher auf die Bekämpfung der Inflation ausgerichtet ist. Während seiner Amtszeit hatte Powell immer wieder betont, dass sich die Entscheidungen der US-amerikanischen Notenbank an aktuellen wirtschaftlichen Daten orientieren. Nach dem ausgeprägten Inflationsstieg infolge der Coronavirus-Pandemie setzte die US-Notenbank unter der Federführung von Jerome Powell auf eine restriktive Geldpolitik und erhöhte die Leitzinsen deutlich, um die Teuerung wieder einzufangen und zu dämpfen, bis auf das langfristig angepeilte Ziel von 2,0 Prozent.
Zudem betonte Powell immer wieder, dass er neben einer Preisstabilität auch eine möglichst hohe Beschäftigung verfolge. So müsse die Fed eine Balance zwischen der Eindämmung der Inflation und der Stabilität des Arbeitsmarktes finden.
Was hat Donald Trump in der Vergangenheit von Jerome Powell gefordert?
Welche Entwicklungen könnten für Anleger von Bedeutung sein?
Für Marktteilnehmer dürfte zudem von hoher Bedeutung sein, wie viele Zinssenkungen im laufenden Jahr und darüber hinaus zu erwarten sind und wie insgesamt auf die Entwicklung der Inflation als auch des Arbeitsmarktes seitens der US-Währungshüter reagiert wird. Unabhängig davon, ob Warsh als Fed-Chef durch den US-Senat final bestätigt wird oder nicht, dürfte ein neuer Fed-Chef zunächst in erster Linie Unsicherheit für die Märkte bedeuten.