Zugbauer Alstom senkt Ausblick wegen Problemen in Deutschland - Aktie fällt
02. Nov (Reuters) - Der französische Zughersteller AlstomALSO.PA hat wegen Problemen bei Großprojekten in Deutschland seinen Jahresausblick erneut gesenkt. Ursache seien vor allem Verzögerungen bei der Zertifizierung und Auslieferung von Regionalzügen vom Typ Coradia Max, nannte der SiemensSIEGn.DE-Rivale am Montag als Hauptgrund für die Prognosesenkung. Die Schwierigkeiten führten zu einem Mittelabfluss von 1,25 Milliarden Euro im ersten Halbjahr und drückten die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) ins Minus. Die Aktien des Konzerns brachen an der Pariser Börse um rund 30 Prozent ein.
Die von mehreren deutschen Bundesländern georderten Coradia-Max-Züge hätten in diesem Jahr eigentlich das Produktionswachstum antreiben sollen. Technische Probleme und zusätzliche Testanforderungen hätten den Zeitplan jedoch verlängert, erklärte Alstom. Die Probleme verursachten zusätzliche Arbeiten und Terminüberschreitungen bei einigen Projekten. Der Zughersteller senkte daher sein jährliches Produktionsziel auf rund 4000 Waggons von zuvor 4400 bis 4500.
Die bereinigte Ebit-Marge lag in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres bei rund minus vier Prozent, verglichen mit plus 6,4 Prozent vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einer bereinigten operativen Marge von rund einem Prozent statt der bisherigen 6,5 Prozent. Das Ziel für den freien Cashflow wurde auf einen Abfluss von 1,5 Milliarden Euro gesenkt, nachdem zuvor ein Mittelzufluss in Aussicht gestellt worden war. Dabei hatte Alstom erst vor sieben Monaten sein Mittelfristziel für den freien Cashflow gestrichen und seinen Margen-Ausblick gesenkt. Auch damals hatte das Unternehmen Verzögerungen und Ausführungsprobleme bei großen Verträgen für Schienenfahrzeuge als Grund genannt.
Einschließlich des Kursrutsches vom Montag hat das Papier in diesem Jahr rund 54 Prozent an Wert verloren.
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