Weiteres Todesopfer durch Malaria nahe Flughafen Frankfurt
Frankfurt, 17. Sep (Reuters) - Vermutlich über den Flughafen Frankfurt eingeschleppte Mücken haben zu einem weiteren Todesfall aufgrund einer Malaria-Infektion geführt. Wie die Stadt Frankfurt am Donnerstag mitteilte, ist eine von zwei infizierten Personen aus dem Stadtteil Schwanheim in der Nähe des Flughafens an Malaria verstorben. Die Person hatte sich demnach mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum infiziert, obwohl sie kein Malaria-Endemiegebiet bereist oder am Flughafen gearbeitet hatte. Es ist das dritte Todesopfer, seit ab Juli sechs Infektionsfälle von betroffenen Mitarbeitern des Flughafenbetreibers FraportFRAG.DE bekannt wurden. Von diesen überlebten zwei die Tropenkrankheit nicht.
Fraport teilte mit, es gebe dazu keine neuen Erkenntnisse. Das Gesundheitsamt Frankfurt habe am Flughafen Mückenfallen aufstellen lassen. Darin gefundene Insekten wurden an ein Institut im belgischen Antwerpen geschickt, um etwa die Herkunftsregion festzustellen. Fraport informierte seine Beschäftigten, bei Symptomen wie Fieber Ärzte zu konsultieren. Auch das Medical Center am Flughafen kann zur Beratung aufgesucht werden. Entsprechende Verhaltensregeln empfahl auch das Gesundheitsamt Frankfurt den Bewohnern der Orte in der Nähe des Flughafens. Eine weitere Maßnahme, die das Gesundheitsamt anordnen könnte, wäre die Desinfektion von Flugzeugen aus den mutmaßlichen Infektionsgebieten.
Malaria-Erkrankungen durch eingeschleppte Mücken an Flughäfen kommen in Europa selten vor. Nach einer Studie, die im Fachmagazin Eurosurveillance veröffentlicht wurde, wurden von 1969 bis 2024 insgesamt 145 Infektionen in neun europäischen Ländern an und um Flughäfen entdeckt, die sich die Betroffenen nicht in tropischen Ländern zugezogen hatten. Die meisten Fälle traten in Frankreich (52), Belgien (19) und Deutschland (neun) auf. Trotz der Beeinträchtigungen im Flugverkehr während der Corona-Pandemie zählten die Experten zwischen 2018 und 2022 ein Drittel der Infektionen, mit einem Höhepunkt im Jahr 2019.