Wahlsieg der US-Demokraten schickt KI-Aktien auf Talfahrt

Von Reuters News

- Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat am Mittwoch zu Kursverlusten an den globalen Aktienmärkten geführt. Anleger befürchten vor allem eine strengere Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Termingeschäfte auf den S&P 500 fielen um 0,6 Prozent, die auf den Nasdaq gaben um 0,8 Prozent nach. In Asien gerieten vor allem KI-Werte unter Druck. Die Aktien der Chiphersteller Samsung005930.KS, SK Hynix000660.KS und TSMC2330.TW gaben deutlich nach. In Japan fiel der Leitindex Nikkei.N225 um drei Prozent auf ein Fünfmonatstief.

Die Demokraten errangen übereinstimmenden Medienprognosen zufolge die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat und bereiteten US-Präsident Donald Trump damit eine krachende Niederlage. Sie erzielten dabei auch Siege in den republikanischen Hochburgen South Carolina, Texas und Ohio. "Mit diesem Wahlergebnis zeichnen sich eine strengere Regulierung von Technologie- und KI-Unternehmen sowie die höhere Wahrscheinlichkeit einer politischen Blockade ab", sagte Prashant Newnaha, Stratege bei TD Securities. Die Sorgen der Anleger gelten insbesondere dem Ausbau von Rechenzentren. Sollte Texas wie New York ein Moratorium für Rechenzentren verhängen, könnten sich Projekte weiter verzögern, warnte Kim Seok-hwan, Analyst bei Mirae Asset Securities. "Die heutige Marktreaktion spiegelt eindeutig die Sorgen und die Unsicherheit über diese Themen wider."

Am Anleihemarkt stiegen die Kurse, während die Renditen im Gegenzug nachgaben. "Anleihen sind die klaren Gewinner, da die Märkte die KI-Wette auf den Prüfstand stellen und davon ausgehen, dass weitere Steuersenkungen auf Eis gelegt und die Staatsausgaben gedrosselt werden", erklärte Newnaha. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel um sechs Basispunkte auf 4,906 Prozent. Am Devisenmarkt verlor der Dollar.DXY gegenüber den wichtigsten Währungen. Der Euro stieg um 0,5 Prozent auf 1,1249 Dollar. Die als sichere Häfen geltenden Währungen japanischer Yen und Schweizer Franken legten am stärksten zu.