Trump: Audi baut für vier Milliarden Dollar neues Werk in den USA
Perry, Georgia, 25. Okt (Reuters) - Die Volkswagen-Tochter Audi will für vier Milliarden Dollar ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia bauen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Samstag (Ortszeit) bei einer Wahlkampfveranstaltung an. In dem Werk sollen jährlich 200.000 SUVs vom Band laufen. Mit der Ankündigung kurz vor den Zwischenwahlen am 3. November will Trump den Erfolg seiner Zollpolitik unterstreichen. "Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren", sagte Audi-Chef Gernot Döllner bei der Veranstaltung. "Dies ist eine langfristige Investition, weil wir an den amerikanischen Markt glauben."
Audi zufolge sollen durch die Investition rund 4500 Arbeitsplätze entstehen. Der Baubeginn sei für das kommende Jahr geplant, die Produktion solle Anfang der 2030er Jahre anlaufen. In dem Werk sollen die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 montiert werden, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem plane Audi, jährlich 25.000 Fahrzeuge im benachbarten South Carolina zu bauen. Der republikanische US-Senator Bernie Moreno sagte, das Audi-Werk wäre "ohne eine wirtschaftsfreundliche Regulierung und ohne die Abschaffung der kalifornischen Vorschriften für den Kraftstoffverbrauch niemals zustande gekommen".
Audi importiert bisher alle Fahrzeuge für den US-Markt aus Europa oder Mexiko. Die von Trump eingeführten Zölle hatten den Autobauer im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro belastet. Der Absatz von Audi war in den USA in diesem Jahr um 16 Prozent zurückgegangen. Unterdessen steht in Deutschland das Audi-Werk in Neckarsulm nach 2030 möglicherweise vor der Schließung. Auch andere ausländische Autobauer orientieren sich bei ihren Investitionsentscheidungen an der US-Handelspolitik. So knüpfen Honda7267.T und Hyundai ihre Pläne an eine Verlängerung des USMCA-Handelsabkommens mit Mexiko und Kanada.