Tripadvisor auf Talfahrt - Führungsspitze geht

Von Reuters News

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:


14.20 Uhr - Ein Wechsel an der Führungsspitze und schwache Quartalszahlen haben die Aktien von TripadvisorTRIP.O belastet. Die Papiere des Online-Reisebuchungsunternehmens brachen im vorbörslichen US-Handel um 19 Prozent ein. Konzernchef Matt Goldberg und Finanzvorstand Michael Noonan kündigten ihren Rücktritt an. Goldberg werde aus dem Verwaltungsrat ausscheiden und bis Februar im Amt bleiben, um einen geordneten Führungswechsel zu gewährleisten. Noonan soll bis Dezember seine Aufgaben wahrnehmen, bevor ihn Kristen Dalton ab Januar als Interims-Finanzchefin ablöst. Der Umsatz im dritten Quartal sank um elf Prozent auf 436,4 Millionen Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzungen. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,37 Dollar unter den Erwartungen.


13.15 Uhr - Eine starke Nachfrage nach Handtaschen der Marke Coach hat die Aktien der Muttergesellschaft TapestryTPR.N beflügelt. Sie legten im vorbörslichen US-Handel um fast sechs Prozent zu. Der Umsatz der Marke wuchs im ersten Quartal um 16 Prozent. Insgesamt setzte der Konzern mit 1,89 Milliarden Dollar mehr um als von Analysten erwartet und konnte auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie positiv überraschen. Tapestry hob daraufhin seine Jahresziele an und will zudem das geplante Aktienrückkaufprogramm um 350 Millionen Dollar aufstocken.


11.50 Uhr - Aktien von KontronKTN.VI sind nach mit Enttäuschung aufgefassten Geschäftszahlen unter Druck geraten. Die Aktien des in Österreich ansässigen Technologieunternehmens verloren an der Wiener Börse 5,4 Prozent. Die in Frankfurt notierten Papiere gaben 6,6 Prozent nach. Den Analysten von Jefferies zufolge sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis im dritten Quartal um neun Prozent und das operative Ergebnis (Ebitda) um 13 Prozent. Die Restrukturierung der GreenTec-Sparte habe die Profitabilität weiter belastet. Das Programm sei nun aber weitgehend abgeschlossen und dürfte die Margen ab dem vierten Quartal stützen, sagten die Analysten. Die Jahresprognose hatte Kontron bekräftigt.


11.30 Uhr - Anleger haben sich bei NemetschekNEKG.DE zurückgezogen. Die Aktien des Bausoftware-Spezialisten rutschten um bis zu 10,8 Prozent ab und waren einer der größten Verlierer im MDax.MDAXI. Analysten verwiesen auf ein unerwartet schwaches organisches Wachstum im dritten Quartal. Für die größte Enttäuschung sorgte JP Morgan zufolge dabei das Mediensegment. Dort sei der Umsatz währungsbereinigt um 3,1 Prozent gesunken, während ein Wachstum von rund drei Prozent erwartet worden sei.


09.20 Uhr - Anleger haben bei RheinmetallRHMG.DE nach einer erneuten Prognosesenkung Reißaus genommen. Die Aktien fielen in der Spitze um 18,4 Prozent auf 818,70 Euro und waren mit Abstand größter Verlierer im Dax. Der Rüstungskonzern hat zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine Ziele heruntergeschraubt. Als Grund nannte Rheinmetall unter anderem eine wahrscheinliche Verzögerung bei der Auftragsvergabe für das Boxer-Radpanzer-Projekt "Arminius". "Der Boxer-Auftrag scheint nicht die ganze Wahrheit zu sein", sagte ein Händler mit Verweis auf den schwachen Auftragseingang und den negativen Cashflow. Die Analysten von Jefferies zeigten sich überrascht von dem Ausmaß der Prognosesenkung so spät im Jahr.


07.40 Uhr - Nach einer Herunterstufung haben die Aktien von Schott Pharma1SXP.DE im vorbörslichen Geschäft die rote Laterne im SDax.SDAXI übernommen. Die Papiere des Pharmaverpackungsherstellers verloren bei Lang & Schwarz 4,8 Prozent. Die Analysten von RBC senkten die Bewertung für die Titel auf "Sector Perform" von "Outperform". Das Kursziel hoben sie auf 25 von zuvor 21 Euro an. Die Aktien waren am Mittwoch bei 23,35 Euro aus dem Handel gegangen.


07.10 Uhr - Die Ölpreise sind den vierten Tag in Folge auf dem Rückzug. Anleger hatten nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen Hoffnung auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran geschöpft. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee und US-Öl WTI fielen um je 0,5 Prozent. Brent notierte bei 94,19 Dollar je Barrel (159 Liter), WTI bei 87,30 Dollar. Am Mittwoch hatte der Brent-Preis zeitweise rund zehn Prozent nachgegeben. "Allerdings wird es künftig noch mehr Volatilität geben, da der Weg zu einer umfassenden diplomatischen Lösung zur Beendigung des Krieges nach wie vor mit vielen Unsicherheiten behaftet ist, während die globalen strategischen Reserven stark geschrumpft sind", sagte June Goh, Ölanalystin bei Sparta Commodities.