Tech-Verkaufswelle zieht US-Börsen nach unten
Frankfurt, 15. Okt (Reuters) - Ein anhaltender Ausverkauf bei Technologieaktien hat die US-Börsen am Donnerstag belastet. Der Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte lag am Morgen (Ortszeit) 0,3 Prozent höher bei 51.755 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500.SPX verlor 0,6 Prozent auf 7672 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq.IXIC fiel um 1,4 Prozent auf 26.309 Punkte.
Der Philadelphia-Halbleiter-Index.SOX steuert nach sieben Verlusttagen in Folge auf Einbußen von mehr als zwei Billionen Dollar an Börsenwert zu. Anleger sehen die hohen Bewertungen der Technologieaktien zunehmend kritisch. Zudem belastete die Aussicht auf weiter steigende Zinsen, da diese die Finanzierungskosten der Firmen erhöhen. Chiphersteller TSMC2330.TW schlug aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten ebenfalls vorsichtige Töne für das Jahr 2027 an, was die Stimmung zusätzlich trübte. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. Die Vertrauenskrise traf unter anderem die Aktien des defizitären KI-Cloud-Unternehmens CoreWeaveCRWV.O, die den zweiten Tag in Folge einbrachen und sieben Prozent verloren. "Der Markt wird sich allmählich bewusst, dass KI-Nachfrage und ein profitables Geschäftsmodell zwei ganz unterschiedliche Dinge sind", sagte Axel Rudolph, Analyst bei der IG Group. "Wenn die Kapitalkosten weiter steigen, reicht selbst eine starke Nachfrage möglicherweise nicht aus, um die am stärksten verschuldeten Akteure zu schützen."
Aktien des Agrarchemiekonzerns FMCFMC.N brachen nach einem trüben Ausblick um 34 Prozent ein. Im dritten Quartal werden Aufwendungen in Höhe von 625 bis 675 Millionen Dollar anfallen, die den Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) schmälern werden. Aktien von Rocket LabRKLB.O fielen um 13 Prozent. Der Raumfahrtkonzern hat den ersten Start seiner neuen Trägerrakete Neutron auf 2027 verschoben.