Strategiewechsel in China kostet Fresenius Medical Care 110 Millionen Euro
Frankfurt, 25. Sep (Reuters) - Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FME)FMEG.DE verbucht wegen eines Strategiewechsels in China Einmalkosten. Die Anpassung des Produktportfolios werde im dritten Quartal voraussichtlich zu Aufwendungen in Höhe von rund 110 Millionen Euro führen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Konzern stellt in der Volksrepublik die Produktion und den Vertrieb des Hämodialysesystems 4008A ein und beendet dort zudem sein Geschäft mit der Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Die daraus resultierenden Kosten durch Wertminderungen, Entsorgung und Vertragsbeendigungen sollen als Sondereffekt ausgewiesen werden.
Künftig will sich FME in China verstärkt auf innovative Technologien für die Dialyse in Behandlungszentren sowie auf die intensivmedizinische Versorgung konzentrieren. "Im Zuge der sich wandelnden Marktanforderungen richten wir unser Portfolio gezielt auf die Bereiche aus, in denen wir den größten Mehrwert für Patienten sowie für unsere Kunden schaffen können", erläuterte Vorstandschefin Helen Giza. Damit werde die Geschäftsstrategie in China für langfristiges Wachstum und Marktführerschaft optimiert. Der chinesische Markt steuert den Angaben zufolge sechs bis sieben Prozent zum Umsatz der Sparte Care Enablement bei. FME verspricht sich in China langfristige Wachstumschancen, die unter anderem durch die Verbreitung chronischer Nierenerkrankungen und den Ausbau der Dialyseversorgung getrieben werden.