Steigende Ölpreise und Renditen belasten Börsen in Asien
Singapur/Tokio, 29. Sep (Reuters) - Weltweit steigende Anleiherenditen und hohe Ölpreise haben die Aktienmärkte in Fernost im Griff. Nach Kursverlusten an der Wall Street ging der Nikkei-Index.N225 am Dienstag 0,6 Prozent schwächer bei 65.481 Punkten aus dem Handel. Damit grenzte er Verluste von bis zu knapp zwei Prozent ein. "Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, dass die Inflationssorgen und der daraus resultierende Anstieg der Zinsen den Aktienmarkt belasten", sagte Wataru Akiyama, Stratege bei Nomura Securities. Zudem gebe es bei KI-Aktien, die zuletzt den Markt angetrieben hätten, zunehmend die Einschätzung, dass sie angesichts der steigenden Zinsen überbewertet seien.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg über Nacht auf ein 19-Jahres-Hoch von über 5,27 Prozent. Anleger befürchten, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis Mitte nächsten Jahres noch dreimal anheben wird, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Auch die Renditen der japanischen Staatsanleihen lagen nahe ihrer höchsten Stände seit Jahrzehnten. "Wir kommen in ein neues Umfeld", sagte Angus Hui, Experte bei Fullerton Fund Management in Singapur. "Wir gehen davon aus, dass die Anleiherenditen wahrscheinlich nicht zu den guten alten Zeiten zurückkehren werden, als sie sehr, sehr niedrig waren."
SHEIN-AKTIE IM SINKFLUG
Die Hoffnung auf weitere staatliche Konjunkturhilfen sorgten dagegen für positive Impulse an den chinesischen Aktienmärkten. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 und der Shanghai Composite.SSEC lagen leicht im Plus. Hintergrund ist die Ankündigung der Regierung, mit weiteren Maßnahmen den angeschlagenen Immobilienmarkt zu stützen. Analysten von Goldman Sachs teilten mit, sie rechneten mit weiteren Wohnungsbauförderungsfonds, um die Hypothekenzinsen leicht zu senken, sowie mit lokalen Maßnahmen in weiteren Großstädten. Die Aktien des Immobilienentwicklers Vanke000002.SZ kletterten um zehn Prozent.
Bei den Einzelwerten rauschten unterdessen die Aktien des Online-Modehändlers Shein0625.HK auf ein Rekordtief. Die Papiere der Fast-Fashion-Plattform fielen in Hongkong zeitweise um rund 14 Prozent, nachdem der Konzern am Vortag in seinem ersten Bericht als börsennotiertes Unternehmen einen Gewinneinbruch von 67 Prozent im abgelaufenen Quartal sowie rückläufige Umsätze in Europa ausgewiesen hat. Dies schürte bei Anlegern Sorgen über den Margendruck und ein sich verlangsamendes Wachstum. Seit dem Börsendebüt am 1. September hat die Aktie mehr als ein Drittel Wert verloren.
In Tokio gehörten die Papiere des Spieleentwicklers Nexon3659.T mit einem Minus von rund 14 Prozent zu den größten Verlierern.
Asiatische Aktienindizes am Dienstag | Kurse um 08:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Nikkei.N225 | 64.980,77 | -1,4% |
Topix.TOPX | 4.030,57 | -2,0% |
Shanghai.SSEC | 3.827,95 | +0,1% |
CSI300.CSI300 | 4.341,85 | +0,0% |
Hang Seng.HSI | 24.493,20 | -0,6% |
Kospi.KS11 | 6.828,45 | -0,9% |
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Währungen | Kurse um 08:00 Uhr | |
Euro/Dollar | 1,1356 | |
Pfund/Dollar | 1,3230 | |
Dollar/Yen | 157,34 | |
Dollar/Franken | 0,8330 | |
Dollar/Yuan | 6,7062 | |
Dollar/Won | 1.357,20 |