SPD: "Evonik ist keine Beute"

Von Reuters News

- Die Pläne des Chemieriesen BASFBASFn.DE zur Übernahme des Essener Spezialchemiekonzerns EvonikEVKn.DE haben die nordrhein-westfälische SPD auf den Plan gerufen. "Die Übernahmeinitiative der BASF für Evonik muss das Ruhrgebiet wachrütteln", sagte Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2027, am Mittwoch in Düsseldorf. "Hier geht es um eine Lebensader des Ruhrgebiets." Evonik verfüge über mehr als 11.000 Beschäftigte in NRW, der Hauptsitz sei in Essen, und Produktionsstätten unter anderem in Marl. "Mit einer Übernahme stehen auch die Arbeitsplätze, Standorte und Wertschöpfungsketten in Nordrhein-Westfalen auf dem Spiel", warnte er. "Evonik ist keine Beute." BASF habe in der Vergangenheit Standorte in Deutschland geschlossen und Produktion nach China verlagert. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) müsse sich einschalten, sagte der Oppositionspolitiker. "Wir brauchen eine Landesregierung, die handelt, bevor Arbeitsplätze und industrielle Substanz auf dem Spiel stehen – und nicht erst danach."

Eine Schlüsselrolle bei einer möglichen Übernahme Evoniks kommt der Essener RAG-Stiftung zu, die 43 Prozent der Anteile des Konzerns hält. Im Kuratorium der Stiftung ist das Land Nordrhein-Westfalen durch Ministerpräsident Wüst vertreten. Die Stiftung kommt mit ihrem milliardenschweren Vermögen für die Finanzierung der Folgekosten des beendeten Steinkohlebergbaus auf. "Das Milliardenvermögen der RAG-Stiftung ist kein Spielgeld", sagte Ott. "Wenn eine Beteiligung von dieser Bedeutung verändert oder verkauft werden soll, brauchen wir ein belastbares Konzept für die langfristige Sicherung der Ewigkeitsaufgaben."

Zu den Übernahmeplänen hatte sich bereits das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium geäußert. Das Ministerium verfolge das Interesse sehr aufmerksam, hatte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) am Montag gesagt. "Jede Lösung muss sich daran messen lassen, ob sie den Investitionen an den Standorten in Nordrhein-Westfalen und den Menschen, die dort arbeiten, eine Zukunft gäbe." Die Landtagswahl in NRW soll am 25. April 2027 stattfinden.