Sorgen nach US-Zwischenwahl belasten Nasdaq und S&P
Frankfurt, 05. Nov (Reuters) - Die US-Börsen haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Während der breitere Markt den Aufwärtstrend vom Mittwoch fortsetzen konnte, belasteten die Sorgen über die Zukunft des KI-Sektors nach dem Wahlsieg der Demokraten bei der US-Zwischenwahl die technologielastigen Indizes. Der Index der Technologiebörse Nasdaq.IXIC notierte mehr als zwei Prozent tiefer bei 25.200 Punkten. Der breit gefasste S&P 500.SPX verlor gut ein Prozent auf 7605 Zähler. Der Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte trat mit 53.341 Punkten mehr oder weniger auf der Stelle.
Am Mittwoch hatte der S&P 500 noch den größten Tagesgewinn seit drei Monaten verzeichnet. Die nachlassende politische Unsicherheit nach den Wahlen hatte die Risikobereitschaft der Anleger gestärkt. Einige Analysten führten an, eine geteilte Regierung in Washington könnte zu weniger tiefgreifenden Gesetzesänderungen führen.
Der Wahlsieg der Demokraten weckte zugleich Sorgen über verstärkten politischen Widerstand gegen den schnellen Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). "Unterbrechungen beim Bau von Rechenzentren werden das Tempo des Ausbaus bis ins Jahr 2028 verlangsamen, wobei etwa 30 Prozent der für 2028 erwarteten Projekte nun Gefahr laufen, beeinträchtigt zu werden", schrieben die Strategen von UBS. Zugleich verwiesen sie darauf, dass die negative Entwicklung in die Aktienkurse im Halbleitersektor bereits teilweise eingepreist sei. Dennoch gaben die Aktien wichtiger Chiphersteller wie NvidiaNVDA.O und IntelINTC.O sowie von Betreibern und Ausrüstern von Rechenzentren wie IRENIREN.O, GE VernovaGEV.N und DellDELL.N zwischen rund zwei und acht Prozent nach.
Besonders unter Druck gerieten die Titel von QualcommQCOM.O, die nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen um 13 Prozent einbrachen. Der weltweit schwächelnde Absatz von Smartphones macht dem Chiphersteller zusätzlich zu schaffen.
Bei Unternehmen außerhalb des KI-Sektors verloren die Aktien der Social-Media-Firma SnapSNAP.N rund neun Prozent. Der Umsatz des Snapchat-Betreibers stieg im dritten Quartal zwar um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten.
Auch der Geschäftsbericht von Ralph LaurenRL.N hat die Anleger nicht überzeugt. Die Papiere des US-Modekonzerns fielen nach einer negativ aufgenommenen Quartalsprognose um gut drei Prozent.