Selenskyj: Werde Putin nicht nach Kiew einladen

Von Reuters News

- Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.


14.58 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird Wladimir Putin nicht nach Kiew einladen. "Es hat keinen Sinn, denn er wird nicht kommen", sagte Selenskyj nach einem Treffen mit Kanzler Friedrich Merz. Eine Einladung auszusprechen, die nicht angenommen wird, sei destruktiv. "Genauso ist es destruktiv, wenn ich nach Moskau eingeladen werde", fügte Selenskyj hinzu. Selenskyj sieht auch ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten skeptisch. Dieser würde dies nur als Begründung nutzen, keine Gespräche mehr zuzulassen. "Es würde ein ganz offizielles, trockenes Telefonat sein, in dem ich mir noch einmal eine historische Vorlesung vom Staatschef der Russischen Föderation anhören muss." Konkrete Schritte für ein Kriegsende werde man nicht besprechen.


14.40 Uhr - Russland trifft mit seinen Angriffen auf Frachtschiffe im Schwarzen Meer nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz die ärmsten Länder der Welt. "Russland riskiert mit seinen Angriffen im Schwarzen Meer eine weitere Eskalation", sagte Merz nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. "Russland beschwört eine weltweite Nahrungsmittelkrise herauf, zu Lasten der ärmsten Staaten und der ärmsten Länder der Welt", fügte er hinzu.


14.15 Uhr - Die EU-Kommission richtet am Mittwoch in Brüssel ein Treffen zur Ukraine mit Vertretern der USA und wichtiger europäischer Verbündeter aus. Die Gespräche, an denen Abgesandte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Nato und der Weltbank teilnehmen, baue auf früheren Beratungen in Miami auf, teilte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Einem Insider zufolge soll es bei dem Treffen um den Plan für einen Wiederaufbau der Ukraine sowie Sicherheitsgarantien für das Land gehen. Für den 10. und 11. November haben die USA eine Konferenz in Abu Dhabi initiiert, auf der Delegationen aus der Ukraine und Russland über eine Beendigung des Krieges und Sicherheitsabkommen für die Nachkriegszeit verhandeln sollen.

09.28 Uhr - Vertreter der USA, Russlands und Chinas beraten einem Medienbericht zufolge über einen Dreier-Gipfel der Präsidenten Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping. Das Treffen könnte noch in diesem Monat am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in der chinesischen Finanzmetropole Shenzhen stattfinden, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Lage vertraute Personen. Der Apec-Gipfel ist für den 17. und 18. November geplant.


08.30 Uhr - Russische Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur haben nach Angaben der Behörden in Teilen des Landes wieder zu massiven Stromausfällen geführt. In der nördlichen Region Schytomyr waren am Morgen mehr als 180.000 Haushalte ohne Strom, wie Gouverneur Witalij Bunetschko mitteilte. Betroffen seien rund 130 Ortschaften. Berichte über Verletzte oder Todesopfer gab es zunächst nicht. In der südlichen Region Odessa kam es zu Notabschaltungen, nachdem dort ein Angriff eine Anlage des privaten Energieversorgers DTEK schwer beschädigt hatte, wie das Unternehmen erklärte. Die Anlage sei in den vergangenen zwei Monaten wiederholt unter Beschuss geraten. Die Reparaturarbeiten würden voraussichtlich länger dauern. Russland greift immer wieder die ukrainische Energie-Infrastruktur an. Dabei kommt es häufig zu Stromausfällen.

06.34 Uhr - Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Russland ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine Ölraffinerie in der Großstadt Jaroslawl beschädigt worden. Zwei Mitarbeiter seien dabei verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Michail Jewrajew, mit. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen. Jaroslawl liegt etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau.


06.15 Uhr - Russland hat in der Nacht nach eigenen Angaben erneut massiv ukrainische Energieanlagen und Hafeninfrastruktur attackiert. Getroffen worden seien Anlagen in der westlichen Region Winnyzja sowie in den östlichen Regionen Dnipropetrowsk und Charkiw, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Zudem seien Hafeninfrastruktur in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa und militärisch genutzte Schiffe angegriffen worden.


02.10 Uhr - Die USA wollen Delegationen aus der Ukraine und Russland am 10. und 11. November in Abu Dhabi zu Gesprächen über eine Beendigung des Krieges zusammenbringen. Dabei solle es um Sicherheitsvereinbarungen für die Nachkriegszeit, eine Deeskalation und humanitäre Maßnahmen gehen, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Für die USA sollen die Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner an den Verhandlungen teilnehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe nach einem Treffen mit Witkoff vor zwei Wochen in St. Petersburg einer neuen Runde dreiseitiger Beratungen zugestimmt. Dem Regierungsvertreter zufolge kommen US-Gesandte bereits in dieser Woche in Brüssel mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, der EU und der Nato zusammen.


00.29 Uhr - Nach einer Warnung vor einer Bedrohung im eigenen Luftraum haben die lettischen Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag Entwarnung gegeben. Das Objekt sei vermutlich auf lettischem Boden in einem Gebiet nahe der russischen Grenze niedergegangen, teilte das Militär mit. Zuvor hatte die Armee die Bevölkerung alarmiert. "Bringen Sie sich in Sicherheit! Es besteht eine Bedrohung im lettischen Luftraum", hieß es in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst X. Die Bewohner zweier östlicher Regionen waren aufgefordert worden, in geschlossenen Räumen Schutz zu suchen. Kampfflugzeuge der Nato seien zur Luftraumüberwachung aufgestiegen. Ukrainische Militärdrohnen sind bei Angriffen auf russische Ölhäfen in der Ostsee bereits mehrmals in den Luftraum von Finnland, Estland, Lettland und Litauen eingedrungen. Einige der Drohnen hatten dabei ihre Ziele verfehlt und Alarm in den Nachbarländern ausgelöst.