Selenskyj: Angriffe auf russische Ölindustrie gehen weiter
06. Nov (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
19.12 Uhr - Die Ukraine setzt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe auf Ziele der russischen Ölindustrie fort. "Der Einsatz gegen die russische Ölverarbeitung geht weiter - als Antwort auf russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen", erklärte der Präsident auf Telegram. Russische Behörden haben in der vergangenen Woche mehrere solcher Attacken gemeldet. Kiew bekannte sich nicht ausdrücklich dazu.
13.13 Uhr - Experten des russischen Sicherheitsrats warnen vor einer Gefahr durch westliche Satelliten-Kommunikationsdienste wie Starlink und OneWeb. Die Systeme könnten zur Destabilisierung der gesellschaftspolitischen Lage in souveränen Staaten genutzt werden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf eine Mitteilung nach einem Treffen des Präsidiums des Wissenschafts- und Expertenrats des Gremiums. Dies gelte vor allem für die weit verbreiteten Dienste Starlink und OneWeb, die in Ländern mit Interesse an einer beschleunigten Digitalisierung ihrer Volkswirtschaften aktiv expandierten.
11.50 Uhr - Bundeskanzler Friedrich Merz hat vergangene Nacht mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin mit. Man sei sich einig, dass der Krieg gegen die Ukraine schnellstmöglich beendet werden müsse, sagte Kornelius. Eine Friedensvereinbarung müsse darüber hinaus Konsens der Nato-Partner haben. Es gebe nach den US-Wahlen ein "neues Gefühl der Dringlichkeit", das Verhandlungsmandat habe sich "enorm" verdichtet, sagte der Regierungssprecher.
10.30 Uhr - Die Zahl der Toten bei einem russischen Bombenangriff auf ein ukrainisches Verteilzentrum für Hilfsgüter am Montag ist auf 53 gestiegen. Das teilte der amtierende Gouverneur der Region Saporischschja, Mychajlo Semikin, auf dem Nachrichtendienst Telegram mit. Die Such- und Rettungsarbeiten in dem Dorf Komyschuwacha dauerten den fünften Tag an. Der ukrainische Katastrophenschutz hatte die Zahl der Toten zuletzt mit 50 angegeben und erklärt, die Arbeiten würden trotz der ständigen Gefahr russischen Beschusses fortgesetzt. Der Angriff am Montag gilt als einer der folgenschwersten für die Zivilbevölkerung in diesem Jahr.
10.15 Uhr - Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht erneut Energieinfrastruktur-Einrichtungen in der Ukraine angegriffen. In sieben Regionen habe dies zu neuen Stromausfällen geführt, sagte der stellvertretende Energieminister der Ukraine, Artem Nekrassow. Die betroffenen Regionen seien Winnyzja, Dnipropetrowsk, Schytomyr, Saporischschja, Kiew, Charkiw und Tschernihiw. "Die Lage ist in der Hauptstadtregion nach wie vor am schwierigsten", sagte Nekrassow. Die Versorgungsunternehmen müssten aufgrund schwerer Schäden immer noch Netzbeschränkungen verhängen.
09.55 Uhr - In der südrussischen Region Krasnodar ist nach einem Drohnenangriff in einer Industrieanlage ein Feuer ausgebrochen. Die Anlage befinde sich in der Stadt Afipsky, teilte der örtliche Rettungsdienst auf Telegram mit. Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. In der Stadt befindet sich die Ölraffinerie Afipsky. Die Ukraine hat wiederholt russische Ölraffinerien angegriffen. Krasnodar liegt am Schwarzen und am Asowschen Meer und ist über die Brücke von Kertsch mit der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim verbunden.
05.50 Uhr - Russische Luftstreitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge ein Kraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Sumy bombardiert. Auch eine Militärbrigade in der Region Saporischschja sei angegriffen worden. Wie russische Nachrichtenagenturen melden, kam bei dem Angriff eine Bombe vom Typ FAB-3000 zum Einsatz. Die Agenturen beriefen sich auf das Verteidigungsministerium in Moskau.
01.30 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview zur Sicherung weiterer Hilfen eine rasche Anpassung an die neuen politischen Machtverhältnisse in den USA gefordert. Das Land müsse die parteiübergreifende Unterstützung bündeln, sagte er dem ukrainischen Fernsehsender TSN. Die Versorgung mit Raketen für das US-Luftabwehrsystem Patriot habe dabei oberste Priorität. Das US-Außenministerium hatte in der vergangenen Woche den Verkauf von 500 Patriot-Raketen genehmigt, deren Lieferung erst für Anfang der 2030er Jahre erwartet wird.