Schweizer Finanzministerin hält Abwanderung der UBS für unwahrscheinlich
Zürich, 26. Sep (Reuters) - Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter hält eine Abwanderung der Großbank UBSUBSG.S aus der Schweiz trotz der geplanten strengeren Kapitalvorschriften für unwahrscheinlich. Ein solcher Schritt wäre teurer als die neuen Vorgaben und zudem rechtlich kompliziert, sagte Keller-Sutter den Zeitungen von CH Media. In der vergangenen Woche hatte UBS-Verwaltungsratschef Colm Kelleher gewarnt, das Institut könnte über seinen Schweizer Hauptsitz nachdenken, falls die Kapitalregeln zu streng ausfielen. Die Bank lehnte am Samstag eine Stellungnahme ab.
Der Ständerat, die kleine Kammer des Schweizer Parlaments, hatte am Mittwoch für schärfere Kapitalvorschriften gestimmt. Die UBS schätzt, dass sie dadurch rund 18 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital vorhalten muss. Die Parlamentarier unterstützten einen Vorschlag, wonach die Bank ihre ausländischen Einheiten zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) absichern muss. Einen von der UBS favorisierten Ansatz, der jeweils 50 Prozent hartes Kernkapital und 50 Prozent günstigeres zusätzliches Kernkapital (AT1) vorsah, lehnten sie ab.
Die UBS sei "aufs Ganze gegangen" und habe vermutlich angenommen, sich im Parlament durchzusetzen, erklärte Keller-Sutter weiter. Die Schweizer Regierung habe der Bank bereits einige Kompromisse zugestanden. Die UBS hatte diese Darstellung jedoch bereits Anfang der Woche zurückgewiesen.