Schneider Electric übernimmt US-Softwarefirma PTC
New York/Bangalore, 05. Okt (Reuters) - Schneider ElectricSCHN.PA will mit der größten Übernahme der Unternehmensgeschichte sein Softwaregeschäft ausbauen. Der französische Technologiekonzern legte am Montag ein Übernahmeangebot von insgesamt mehr als 20 Milliarden Euro für das US-Softwarehaus PTCPTC.O vor. Die Transaktion solle durch eine Kombination aus Eigenkapital und neuen Schulden finanziert und im dritten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die erwarteten jährlichen Einsparungen beliefen sich auf 250 Millionen Euro.
Die bisherigen Eigentümer des Bostoner Unternehmens erhielten 205 Dollar je Aktie, hieß es weiter. Dies entspricht einem Aufschlag von mehr als 42 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. Die in Frankfurt notierten PTC-Titel legten am Montag in der Spitze um 44 Prozent zu. Die Papiere von Schneider brachen dagegen in Paris zeitweise um knapp neun Prozent ein, so stark wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. "Große Übernahmen stoßen bei europäischen Investoren in der Regel zunächst einmal auf Skepsis", schrieben die Analysten der Bank JPMorgan. Die bisherigen Transaktionen von Schneider hätten sich jedoch meist als strategisch klug erwiesen.
KI-BOOM GIBT SCHNEIDER RÜCKENWIND
Schneider Electric war früher vor allem für Industriekomponenten wie Sicherungen und Schutzschalter bekannt. Inzwischen rüstet der SiemensSIEGn.DE-Rivale verstärkt Rechenzentren mit Kühlanlagen, Serverschränken und Stromverteilungsanlagen aus. Dank des aktuellen Booms beim Ausbau der KI-Infrastruktur gab Schneider im Juli ein Rekordergebnis für das erste Halbjahr bekannt und hob seine Umsatzprognose für 2026 an. Dabei setzt das Unternehmen auf eine wachsende Nachfrage nach seiner Industriesoftware und KI-gestützten Werkzeugen.
PTC bietet Softwarelösungen für die Entwicklung, Fertigung und Wartung von Produkten in verschiedenen Branchen an. Bei diesen Programmen kommt verstärkt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Vor einigen Monaten hatte Schneider die Übernahme eines weiteren Spezialisten für KI-gestützte Industriesoftware, Cognite, für umgerechnet 2,77 Milliarden Euro bekannt gegeben.