Rechenzentren-Boom - Schneider Electric schraubt Prognose noch höher
Danzig, 16. Okt (Reuters) - Der französische Elektronikkonzern Schneider ElectricSCHN.PA schwimmt dank der boomenden Nachfrage nach Rechenzentren weiter auf der Erfolgswelle. Der SiemensSIEGn.DE-Rivale schraubte seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr am Freitag bereits zum zweiten Mal nach oben: Der Umsatz soll 2026 um zwölf bis 14 Prozent zulegen, bisher hatte Schneider Electric einen Zuwachs von zehn bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll - Zukäufe nicht eingerechnet - sogar um 18 bis 21 (bisher 14 bis 19) Prozent wachsen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz organisch um 17 Prozent auf den Rekordwert von 11,46 Milliarden Euro und übertraf damit die von Analysten erwarteten 11,13 Milliarden. "Wir haben das stärkste Quartal in der Geschichte von Schneider abgeliefert", sagte Finanzchef Nathan Fast.
"Rechenzentren bleiben ein wichtiger Wachstumstreiber", erklärte Vorstandschef Olivier Blum. "Wir arbeiten weiter unseren Auftragsbestand ab, während sich die Nachfrage im dritten Quartal mehr als verdoppelt hat." Der Auftragsbestand habe ein neues Rekordniveau erreicht. Die Bestellungen von Stromleitungen, Kühlsystemen und Automatisierungstechnik für die Rechenzentren der großen KI-Konzerne in den USA seien weiter hoch, das Wachstum sei im Sommer aber vor allem aus China und Ostasien gekommen, erklärte Schneider Electric.
Der Konzern hatte kürzlich mit der 22,6 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Industriesoftware-Anbieters PTCPTC.O Schlagzeilen gemacht, der Schneider Electric bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) voranbringen soll. Auch Siemens hatte sich zuletzt mit Milliardenzukäufen bei Industriesoftware verstärkt.