Prognoseerhöhung treibt US-Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise
30. Sep (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
16.30 Uhr - Eine angehobene Quartalsprognose stützt die Aktien des US-Kreuzfahrtanbieters Norwegian Cruise LineNCLH.N. Die Papiere steigen um rund zwei Prozent. Das Unternehmen rechnet dank unerwartet hoher Einnahmen damit, seine bisherige Vorhersage für das dritte Quartal zu übertreffen. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt. Am Dienstag hatte der Konkurrent CarnivalCCL.N seine Jahresprognose angehoben und damit den gesamten Sektor nach oben getrieben. Kreuzfahrtanbieter profitieren derzeit davon, dass wohlhabende Reisende trotz der unsicheren Wirtschaftslage weiterhin Erlebnisse wie Seereisen buchen. Trotz des jüngsten Anstiegs hat die Aktie von Norwegian Cruise seit Jahresbeginn jedoch mehr als 30 Prozent an Wert verloren.
15.35 Uhr - Ein Auftrag in Milliardenhöhe und eine angehobene Prognose treiben die Aktien von Hewlett Packard EnterpriseHPE.N an. Die Papiere des KI-Server-Herstellers steigen an der Wall Street um fast sieben Prozent. HPE erhielt nach eigenen Angaben einen Auftrag der Cloud-Firma Vultr im Wert von 1,2 Milliarden Dollar für die Lieferung von KI-Systemen. Zudem hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Netzwerkgeschäft an. Für 2027 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum in dem Segment im hohen Zehner- bis niedrigen Zwanziger-Prozentbereich. Zuvor hatte das Unternehmen ein Plus von 14 bis 17 Prozent in Aussicht gestellt. HPE profitiert wie seine Konkurrenten DellDELL.N und Super Micro ComputerSMCI.O davon, dass Kunden zunehmend Server und Netzwerkprodukte für KI-Anwendungen wie ChatGPT kaufen. Zudem will das Unternehmen durch die Übernahme von Juniper Networks bis Ende des Geschäftsjahres 2028 nun jährliche Einsparungen von 800 Millionen Dollar erzielen, 200 Millionen mehr als bislang geplant.
15.10 Uhr - Die Ankündigung eines Chefwechsels beim "Barbie"-Hersteller MattelMAT.O hat die Anleger verunsichert. Die Papiere des US-Spielwarenanbieters verlieren vorbörslich fast vier Prozent. Konzernchef Ynon Kreiz tritt laut Mattel zum 2. Oktober zurück, um eine Führungsposition bei einem anderen börsennotierten Unternehmen zu übernehmen. Kreiz stand seit 2018 an der Spitze von Mattel und trieb die Expansion über das traditionelle Spielzeuggeschäft hinaus in die Bereiche Unterhaltung und digitale Spiele voran. Ihm folge bis zum 2. November das bisherige Verwaltungsratsmitglied Roger Lynch nach. Der Wechsel folgt auf Forderungen des Investors Southeastern Asset Management. Dieser hatte Anfang des Jahres eine Prüfung strategischer Optionen angeregt, darunter eine Übernahme durch den Rivalen HasbroHAS.O oder einen Rückzug von der Börse. Zuletzt hatte Mattel zwar die Umsatzerwartungen der Analysten für das zweite Quartal übertroffen. Der Gewinn war jedoch wegen zollbedingter Kosten und Investitionen, um den Umsatz zu steigern, hinter den Prognosen zurückgeblieben.
13.40 Uhr - Ein erneuter Aktienkauf durch Firmenchef Ryan Cohen ermuntert Anleger zum Einstieg beim US-Videospielhändler GameStopGME.N. Die Aktien legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund 1,5 Prozent zu. Cohen erwarb einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC zufolge 447.000 Aktien für rund 10,56 Millionen Dollar. Bereits Anfang des Monats hatte der für seinen aktivistischen Investmentstil bekannte Manager in zwei Schritten Aktien im Wert von mehreren Millionen Dollar gekauft. Cohens direkter Anteil an GameStop beläuft sich LSEG-Daten zufolge nun auf 8,12 Prozent.
13.30 Uhr - Der US-Online-Broker RobinhoodHOOD.O will den Handel am Wochenende ermöglichen und treibt damit seine Aktien nach oben. Die Titel rücken vorbörslich um gut zwei Prozent vor. Das Unternehmen hat mitgeteilt, es werde den Handel mit ausgewählten US-Aktien und ETFs auf das Wochenende ausweiten. Damit ergänzt es sein Angebot, das seit 2023 bereits den Handel an Wochentagen rund um die Uhr umfasst. An handelsstarken Tagen fänden bis zu 25 Prozent des Handelsvolumens außerhalb der regulären Börsenzeiten statt. "Wir wollen Robinhood in diesem Jahr zur ersten Anlaufstelle für Händler machen und ihnen Instrumente an die Hand geben, die sonst nur Hedgefonds, Quant-Analysten und großen Handelsfirmen zur Verfügung stehen", sagte Produktmanager Abhishek Fatehpuria der Nachrichtenagentur Reuters. Der Schritt ist Teil eines Branchentrends zu erweiterten Handelszeiten, dem auch Börsen wie die Nasdaq und die London Stock Exchange folgen. Das neue Angebot muss noch von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.
12.55 Uhr - Eine angehobene Prognose gibt den Aktien der britischen Bäckereikette GreggsGRG.L Auftrieb. Die Papiere legen an der Börse in London um rund 7,5 Prozent zu. Nach einem überraschend starken dritten Quartal erwartet Greggs nun für 2026 ein "moderat verbessertes" Ergebnis. Zuvor war das Unternehmen von einem Vorsteuergewinn auf dem Vorjahresniveau von 172 Millionen Pfund ausgegangen. Zugleich kündigte der für seine Wurstbrötchen bekannte Konzern jedoch an, vier Produktionsstätten zu schließen. Dies sei notwendig, um die Kapazitäten für künftiges Wachstum kostengünstig zu sichern. Einige Analysten vermuten, dass der zunehmende Einsatz von Abnehmmitteln die Nachfrage nach den kalorienreicheren Produkten des Unternehmens dämpfen könnte. Zudem könne die Kette nach ihrer rasanten Expansion in den vergangenen Jahren den Höhepunkt ihres Wachstums erreicht haben. Das Unternehmen weist diese Ansicht jedoch zurück.
11.25 Uhr - Der Dax.GDAXI gibt seine Gewinne nach den Inflationsdaten aus den Bundesländern ab und dreht leicht ins Minus. Die Daten weisen darauf hin, dass die Inflation im September wegen höherer Spritpreise kräftig gestiegen ist. Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen etwa wurde mit 3,3 Prozent der stärkste Preisauftrieb seit Ende 2023 ermittelt. "Damit besteht aus meiner Sicht ein erhöhtes Risiko, dass die bundesweite Teuerungsrate die erwarteten 3,1 Prozent übertrifft", teilte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG mit. "Auch am Aktienmarkt hinterließen die Zahlen unmittelbar Spuren." Die Reaktion unterstreiche die Nervosität der Anleger angesichts des zunehmenden Preisdrucks. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag (14.00 Uhr) eine Schätzung zur bundesweiten Entwicklung der Verbraucherpreise abgeben.
11.00 Uhr - Nach dem Zuschlag für den Bau des neuen Tarnkappen-Kampfjets der US-Marine greifen Anleger bei BoeingBA.N zu. Die Aktien des US-Flugzeugbauers klettern im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund drei Prozent. Boeing setzte sich gegen den Rivalen Northrop GrummanNOC.N durch und sicherte sich den Entwicklungsauftrag im Wert von 20 Milliarden Dollar zur Herstellung von Testflugzeugen, wie das Pentagon am Vorabend mitteilte. Über die gesamte Laufzeit könnte das Programm bei steigender Produktion und möglichen internationalen Bestellungen ein Volumen von Hunderten von Milliarden Dollar erreichen. Northrop-Aktien rutschen vorbörslich rund drei Prozent ab.
10.30 Uhr - Nach Großaufträgen für Luftabwehrsysteme klettern die Aktien des norwegischen Rüstungskonzerns KongsbergKOG.OL um rund fünf Prozent und gehören damit zu den stärksten Werten im europäischen Index STOXX 600.STOXX. Das Unternehmen hatte am Vorabend zwei Aufträge für Luftabwehrsysteme im Gesamtwert von 11,5 Milliarden norwegischen Kronen (rund 1,1 Milliarden Euro) bekannt gegeben. Der größere Auftrag im Wert von zehn Milliarden Kronen umfasst die Lieferung von zehn NASAMS-Luftabwehrsystemen für Belgien, wobei die Niederlande den Kauf für das Nachbarland abwickeln. Zudem erhielt Kongsberg einen Auftrag aus den Niederlanden im Wert von 1,5 Milliarden Kronen zur Erweiterung des dortigen Citadel-Programms. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt.
07.35 Uhr - Der CommerzbankCBKG.DE macht einem Händler zufolge eine Herabstufung der Aktie durch die Deutsche Bank zu schaffen. Die Titel geben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um ein Prozent nach und sind damit schwächster Dax-Wert. Demnach setzten Analysten der Deutschen Bank die Commerzbank auf "Hold" von zuvor "Buy".