PLATOW Emerging Markets - Takashimaya bündelt Finanzgeschäft in neuer Holding
Die Kaufhauskette Takashimaya hat sich dank ihrer Geschäftsdiversifikation gut entwickelt. Nun wurden die Mittelfristziele angehoben, während eine neue Holding die bislang zerstreuten Finanzaktivitäten bündeln soll.>
Der traditionsreiche japanische Kaufhausbetreiber Takashimaya genießt aufgrund seiner knapp 200-jährigen Geschichte hohe Bekanntheit, muss sich aber zugleich Trends wie dem Online-Handel und Inflationssorgen stellen. Für weiteres Wachstum setzt Firmenlenker Yoshio Murata mit seinen Kaufhäusern verstärkt auf das Ausland und baut zugleich die Bereiche Immobilienentwicklung, Bau und Finanzdienstleistungen aus.
Finanzsegment bekommt eigene Holding Nun erhält das Finanzsegment als eines der Zugpferde eine eigene übergeordnete Holding. Bislang verteilen sich die Aktivitäten auf mehrere Gesellschaften in den Bereichen Karten- und Zahlungsabwicklung, Versicherungen, Nachlass und Firmennachfolge sowie Investment- und Kreditgeschäft.
Unter der neuen hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Takashimaya sollen diese Bereiche künftig enger zusammenarbeiten und Synergien heben. Dadurch soll sich der Gewinn im Geschäftsjahr 2031/32 (per 28.2.) um 3,0 Bio. Yen verbessern. Aus unserer Sicht ist das ein sinnvoller Schritt, um das Segment zu stärken.
Dass die Diversifikation den Konzern bereits vorangebracht hat, zeigen die Halbjahreszahlen vom 15.10. Der Umsatz kletterte um 6,2% auf 517,5 Bio. Yen (rund 2,9 Mrd. Euro), der operative Gewinn um 3,9% auf 27,5 Bio. Yen. Alle Segmente steuerten zum Ergebnis bei – vom heimischen Kaufhausgeschäft mit 45% Gewinnanteil bis zum Bau mit 4%. In vielen der neuen Geschäftsfelder werden zudem höhere Margen erzielt als im klassischen Kaufhausgeschäft.
Kaufhauskette wird aktionärsfreundlicher Mit Blick auf das 200-jährige Firmenjubiläum 2031 wurden auch die Managementziele aktionärsfreundlicher gestaltet. Statt einer Ausschüttungsquote von 30% und einem Verhältnis von Dividenden zum Eigenkapital von 2,5% werden nun mindestens 50 beziehungsweise 5,0% angestrebt.
Positiv finden wir zudem, dass der Gewinn inklusive Beteiligungsergebnis von 60 Bio. Yen im Geschäftsjahr 2025/26 auf 80 bis 85 Bio. Yen steigen soll, nachdem zuvor 75 bis 80 Bio. Yen angepeilt waren. Die Kapitalrendite (ROIC) soll von 5,7 auf mindestens 7,5% steigen, nach zuvor angestrebten 7,0%. Damit läge sie deutlich über den Kapitalkosten (WACC) von 5,0%.
Uns gefällt auch, dass die Aktie (12,20 Euro; JP3456000003) ihre frühere Bewertungslücke inzwischen geschlossen und seit unserer Erstempfehlung vom 10.1.24 eine Gesamtrendite von 102% erzielt hat. Damit ist allerdings auch das 2027/28er-KGV auf 15 gestiegen und liegt nun leicht über dem historischen Zehnjahresschnitt von 13.
Da uns das Verbesserungspotenzial in den kommenden drei Jahren bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 3% p. a. nicht mehr groß genug erscheint, sollten Anleger ihre Gewinne sichern.
Wir ändern unser Votum und raten bei Takashimaya nun zum Verkauf (zuvor: Kauf) und zu entsprechenden Gewinnmitnahmen.