PLATOW Emerging Markets - Fast Retailing – Auf dem Weg zum Weltmarkführer?
Der Modehändler Fast Retailing bleibt in einem Spannungsfeld: Die globale Expansion lässt zwar die Kassen klingeln, doch Anleger müssen dafür einen hohen Preis zahlen.>
Mit neuen Rekorden im gerade beendeten Geschäftsjahr (per 31.8.) ist Fast Retailing mit seiner Marke Uniqlo und „Bekleidung für jedermann“ seinem langfristigen Ziel, größter Bekleidungskonzern der Welt zu werden, wieder ein Stück näher gekommen. CEO Tadashi Yanai strebt einen Jahresumsatz von 10 Bio. Yen (rund 56,3 Mrd. Euro) an und will damit die beiden größeren Modehändler H&M und Inditex vom Thron stoßen.
Den diesjährigen Erlösen von knapp 4,0 Bio. Yen (+16,6%; rund 22,3 Mrd. Euro) dürften noch einige Wachstumsjahre folgen. Den hierzulande bekannteren H&M-Konzern (ca. 19,9 Mrd. Euro) hat Fast Retailing bereits überholt. Inditex mit seiner Zara-Kette spielt mit 43 Mrd. Euro Umsatz allerdings noch in einer anderen Liga.
Geglückter Schwenk von China nach Nordamerika und Europa Jahrelang galt China für das exportfreudige Unternehmen als Wachstumsmotor. Doch wachsender Wettbewerb und der schleppende Inlandskonsum machten die Region zuletzt unattraktiver. Europa und Nordamerika wurden zu neuen Zugpferden – und enttäuschten nicht. Mit Zuwächsen von mehr als 30% und operativen Margen von über 18% entwickelten sie sich schnell zu den wichtigsten Auslandsmärkten, obwohl ungewöhnlich heiße Sommertage die Konsumlaune in Frankreich, Spanien oder Deutschland bremsten.
Auch im neuen Jahr dürften auf dem chinesischen Festland einige der zahlreichen Filialen schließen. In vielen asiatischen, amerikanischen und europäischen Ländern besteht dagegen noch viel Expansionspotenzial.
Fast Retailing baut zudem auf seine hohe Kundentreue. Zuletzt wurden mit mehr als 600 Mio. Kunden rund 10% mehr Käufer in den Läden gezählt. Dank Kostenkontrolle stieg der operative Gewinn mit 31,7% auf 743,1 Mrd. Yen deutlich stärker als der Umsatz und übertraf damit die Analystenerwartung von 726,5 Mrd. Euro. Die Marge verbesserte sich um 210 Basispunkte auf 18,7%.
Wie so oft fällt der Ausblick zum Start des neuen Geschäftsjahres eher vorsichtig aus und wird im Jahresverlauf angehoben. Zugleich warnt das Unternehmen vor einem schwächeren Yen, der die Importkosten in Japan belasten könnte. Der Umsatz soll auf 4,45 Bio. Yen (+12,3%) und der operative Ertrag auf 830 Mrd. Yen (+11,7%) steigen.
Hohes KGV von 38 Weil notwendige Investitionen zuletzt stets aus dem operativen Cashflow finanziert werden konnten, wurde die Ausschüttungsquote zugunsten der Aktionäre von rund 30 auf 50% erhöht. Die Dividende steigt dadurch von 500 Yen je Aktie im Vorjahr auf 900 Yen.
Bei der Aktie (430,90 Euro; JP3802300008) spielt die Dividendenrendite von 1,3% für uns dennoch nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidender ist das KGV, das mit 38 weiterhin hoch erscheint. Es liegt genau auf dem historischen Durchschnitt (10J.: 38; Spanne: 24 bis 73), weshalb wir unser Halten-Votum nicht verändern.
Fast Retailing bleibt somit eine Halten-Position. Den Stopp heben wir nur leicht auf 299,00 (285,00) Euro an.