PLATOW Börse - Illinois Tool Works bietet mehr als eine verlässliche Dividende

Von Platow Brief

Der Name klingt nach Werkzeughersteller, das Geschäft von Illinois Tool Works ist aber deutlich breiter. Nach Jahren des Margenausbaus rückt nun wieder stärkeres Wachstum in den Fokus.>

Der 1912 gegründete US-Industriekonzern Illinois Tool Works (ITW) produziert in sieben Sparten unter anderem Komponenten für Autohersteller, Schweißtechnik, Prüf- und Messtechnik, Großküchenausrüstung sowie Bauprodukte. Mit rund 43.000 Mitarbeitern erwirtschaftete ITW 2025 einen Umsatz von 16,0 Mrd. US-Dollar.

PLATOW-Lesern ist das Mitglied des S&P 500 bereits aus unserem jüngsten Stück zum US-Dividendenadel bekannt. Dort zählt der Konzern zu den „Dauererhöhern“, die seit 2001 zugleich den S&P 500 auf Kursbasis geschlagen haben.

2012 leitete ITW einen umfassenden strategischen Umbau ein. Dabei setzte der Konzern sein schon länger etabliertes 80/20-Prinzip konsequenter ein: Ressourcen fließen vor allem zu den wichtigsten und profitabelsten Kunden und Produkten, während Komplexität und wenig attraktive Produktlinien reduziert werden. Seit 2012 sank der Umsatz, auch durch Portfoliomaßnahmen, von 17,9 auf 16,0 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn stieg dagegen von 2,8 auf 4,2 Mrd. Dollar, die Marge von 15,9 auf 26,3% und die Nachsteuer-Kapitalrendite (ROIC) von 14,5 auf satte 29,3%.

Mittlerweile läuft die nächste Phase. Seit 2024 legt ITW mehr Gewicht auf organisches Wachstum. Eine zentrale Rolle spielt dabei die „Customer-Back Innovation“: Neue Produkte werden gezielt für konkrete Probleme der wichtigsten Kunden entwickelt. Solche Innovationen steuerten 2025 rechnerisch 2,4 Prozentpunkte zum organischen Umsatzwachstum bei. Bis 2030 sollen es jährlich mindestens drei Punkte sein. Insgesamt strebt CEO Christopher A. O’Herlihy bis dahin im Schnitt mehr als 4% organisches Wachstum bei einer operativen Marge von rund 30% an.

Nach der organischen Stagnation 2025 hat sich das Wachstum zuletzt deutlich beschleunigt, obwohl die Erholung keineswegs alle Endmärkte erfasst. Im zweiten Quartal legte der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,5% zu. Besonders stark liefen die kapitalgüternahen Sparten Welding mit +13,9% und Test & Measurement/Electronics mit +10,0%. Gleichzeitig stieg die Konzernmarge um 40 Basispunkte auf 26,7%. Folgerichtig erhöhte O’Herlihy Ende Juli die Jahresziele. Für 2026 werden jetzt 3 bis 4% organisches Wachstum, eine operative Marge von 26,5 bis 27,5% und ein EPS von 11,35 bis 11,55 Dollar erwartet (2025: 10,49 Dollar). Der freie Cashflow soll den Nettogewinn übertreffen, rund 1,5 Mrd. Dollar sind für Aktienrückkäufe vorgesehen.

Der Analystenkonsens erwartet, dass sich das höhere Wachstumstempo fortsetzt. Bis 2028 soll der Umsatz um gut 4% jährlich zulegen, das EPS um rund 8% pro Jahr. Günstig ist die Aktie (267,64 Dollar; US4523081093) zwar nicht. Das 2026er-KGV liegt bei rund 23,5, das EV/EBIT bei 18,8. Damit wird ITW allerdings etwas niedriger bewertet als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Auf Basis der Analystenerwartungen für 2028 fällt das KGV auf rund 20 und das EV/EBIT Multiple auf unter 17. Zusätzliche Kursfantasie entsteht, wenn der steigende Innovationsbeitrag auf eine Erholung der bislang schwachen Endmärkte trifft und das Unternehmen bei der Marge weiter in Richtung des 30%-Ziels vorankommt. Die Dividendenrendite von gut 2,4% kommt zu den Aktienrückkäufen, die etwa 2% der Marktkapitalisierung entsprechen, obendrauf.

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