Ölpreise ziehen nach US-Angriff auf iranische Insel leicht an

Von Reuters News

- Nach dem zuletzt deutlichen Ölpreisrückgang haben sich Brent und WTI am Dienstag wieder etwas verteuert. Die Notierungen zogen um rund ein Prozent auf 105,84 beziehungsweise 97,49 Dollar je Fass an. US-Militärschläge auf die iranische Insel Keschm in der Straße von Hormus dämpften die zuletzt aufgekommenen Friedenshoffnungen im Nahost-Konflikt. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, es handle sich um begrenzte Angriffe und nicht um die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen. Ein weiterer Insider sagte, es habe sich um Abwehrmaßnahmen gegen den Einsatz von Boden-Luft-Raketen auf US-Ziele gehandelt. Die Märkte hätten gerade begonnen, einen diplomatischeren Kurs einzupreisen, nun sei die Stimmung wieder gekippt, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade. Zu Wochenbeginn hatten sich das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI um mehr als sieben Prozent verbilligt.

Der Ende Februar begonnene Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus - über die zuvor etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Erdgaslieferungen transportiert wurde - drastisch reduziert und die Ölpreise rasant nach oben getrieben. US-Präsident Donald Trump steht unter Druck, den Konflikt zu beenden, da die durch den Krieg hohen Benzinpreise auch in den USA bei den Wählern nicht gut ankommen.