Ökonomen zum Anstieg der Inflation im Euro-Raum auf 4,0 Prozent
Berlin, 04. Nov (Reuters) - Die hohen Energiepreise haben die Teuerung im Euro-Raum auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober um 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September, wie das EU-Statistikamt am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Eine Vier vor dem Komma bei der Inflationsrate hatte es zuletzt im September 2023 gegeben, als sich insbesondere Lebensmittel stark verteuerten. Nunmehr ist Energie der Preistreiber Nummer eins: Sie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,8 Prozent. Im September hatte die Steigerungsrate bei 18,9 Prozent gelegen.
Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:
STEPHANIE SCHOENWALD, KFW BANK:
"Die Energiepreise treiben die Inflation im Euroraum weiter an. Im Oktober beschleunigte sich der Verbraucherpreisanstieg auf vier Prozent. Inflationsraten in dieser Höhe werden uns angesichts des ungelösten Irankonflikts auch in den nächsten Monaten begleiten. Erst im zweiten Quartal 2027 ist mit einem spürbaren Nachlassen des Preisauftriebs zu rechnen, da dann niedrige Preise für Energiegüter aus Vergleichsbasis fallen. Um die Verankerung der Inflationserwartungen abzusichern und Zweitrundeneffekten entgegenzuwirken, wird die EZB daher im Dezember mit hoher Sicherheit die Leitzinsen nochmals erhöhen. Um die europäische Notenbank davon abzubringen, wäre eine markante Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erforderlich."