Nvidia-Zulieferer SK Hynix vervielfacht Gewinn - KI-Boom treibt an

Von Reuters News

- Der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) hat dem südkoreanischen Speicherchip-Hersteller SK Hynix000660.KS einen Rekordgewinn beschert. Der operative Gewinn habe sich im abgelaufenen Quartal auf 83,3 Billionen Won (56,4 Milliarden Euro) mehr als versiebenfacht, teilte der NvidiaNVDA.O-Zulieferer am Mittwoch mit. Der Umsatz kletterte um 328 Prozent auf 104,6 Billionen Won. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die beim Gewinn mit 76,7 bis 81,67 Billionen Won und beim Umsatz mit gut 99 Billionen Won gerechnet hatten. Die Hynix-Aktie legte im Einklang mit dem Gesamtmarkt um zwei Prozent zu.

Hynix kündigte zudem an, in diesem Jahr rund 100 Billionen Won an seine Aktionäre auszuschütten. Darin enthalten ist ein bereits im August angekündigter Rückkauf im Volumen von 40 Billionen WonEin Teil der Mittel für die Ausschüttungen stammt aus dem Verkauf der Beteiligung an dem japanischen Wettbewerber Kioxia285A.T. Der Konzern hat bislang keine finanziellen Details der Transaktion genannt. Analysten vermuten jedoch, dass der Verkaufspreis deutlich über den 2018 investierten vier Billionen Won lag. Eine südkoreanische Zeitung hatte zu Wochenbeginn von den Plänen berichtet.

Der Konzern geht davon aus, dass die Nachfrage das Angebot noch bis ins Jahr 2030 übersteigen wird. Um die Planungssicherheit zu erhöhen, hat Hynix nach eigenen Angaben langfristige Verträge mit 14 Großkunden geschlossen. Damit sei bereits mehr als die Hälfte der gesamten Produktionskapazität für die Jahre 2027 und 2028 gebunden. Die nun vorgelegten Zahlen und der Ausblick dürften die Anleger beruhigen: Im vorangegangenen Quartal hatte Hynix trotz eines Rekordergebnisses die hochgesteckten Erwartungen noch enttäuscht. Die damalige Bilanz konnte die Furcht vor einem Abflauen des KI-Booms nicht zerstreuen.

Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann sich die Halbleiterbranche vor Aufträgen kaum retten: Sowohl bei KI-Hochleistungsspeichern (HBM) als auch bei herkömmlichen DRAM- und NAND-Bausteinen, die in PCs und Smartphones zum Einsatz kommen, übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Eine Entspannung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Durch die explodierenden Preise für Speicherchips eilen die Hersteller dieser Bauteile von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Der Hynix-Erzrivale Samsung005930.KS verbuchte im dritten Quartal mit umgerechnet knapp 72 Milliarden Euro sogar das höchste Betriebsergebnis eines Technologieunternehmens überhaupt. MicronMU.O vervielfachte Umsatz und Gewinn ebenfalls. Für das angelaufene Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet der US-Konzern einen weiteren Wachstumsschub.

Zum Ausbau der Produktion erwägt Hynix Insidern zufolge, sich in einem geplanten US-Werk des Prozessor-Produzenten IntelINTC.O einzumieten. Medienberichten zufolge steht auch der Bau neuer Fabriken in Japan und China zur Diskussion. Im Sommer feierten die Aktien von Hynix ein erfolgreiches Debüt an der Wall Street. Mit einem Volumen von 26,5 Milliarden Dollar war diese Emission die zweitgrößte seit dem Börsengang des Weltraumkonzerns SpaceXSPCX.O.