Nach Verbrenner-Einigung - Verkehrsminister Bilger fordert E20-Benzin
Frankfurt, 17. Okt (Reuters) - Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will nach der deutsch-französischen Einigung zur Aufweichung des Verbrenner-Aus die Einführung von E20-Benzin vorantreiben. "Zurzeit setze ich mich mit meinem französischen Amtskollegen dafür ein, dass wir die Beimischung von Biokraftstoffen erhöhen", sagte Bilger der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Samstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. Mit einem höheren Bioethanol-Anteil an den Zapfsäulen könne zudem die Abhängigkeit von Ölimporten verringert werden.
Bilger verteidigte den gemeinsamen Vorstoß von Berlin und Paris, das für 2035 geplante EU-Verbot für neue Verbrennungsmotoren abzuschwächen. Während Deutschland beim Aufbau eines Ladenetzes für Elektroautos weit vorangekommen sei, hätten andere europäische Länder noch erheblichen Nachholbedarf. Ein vollständiges Verbrenner-Verbot würde zudem der deutschen Automobilindustrie schaden, da der Umstieg auf Elektromobilität in vielen Exportländern länger dauere.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten am Freitag eine Vereinbarung verkündet, nach der das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen ab 2035 von 100 auf 90 Prozent sinken soll. Ein Ausgleich für die verbleibenden zehn Prozent soll nicht mehr erforderlich sein. Deutschland und Frankreich müssen die Pläne nun auf EU-Ebene durchsetzen. Das deutsch-französische Konzept sieht zudem vor, die Anforderungen an den Anteil in Europa produzierter Autobauteile schrittweise hochzufahren, um die heimische Industrie zu stärken.