Morgan Stanley übertrifft Gewinnerwartungen dank Aktienhandel

Von Reuters News

- Die US-Investmentbank Morgan StanleyMS.N hat im dritten Quartal dank eines starken Aktienhandels mehr verdient als erwartet. Das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis stieg um 6,5 Prozent auf 4,91 Milliarden Dollar oder 3,03 Dollar je Aktie, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten laut Daten des Anbieters LSEG lediglich mit einem Gewinn von 2,91 Dollar je Aktie gerechnet. Die Nettoerträge kletterten um 11,6 Prozent auf 20,34 Milliarden Dollar.

Morgan Stanley profitierte von der hohen Volatilität an den Finanzmärkten. Auslöser der Kursschwankungen waren die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie der Krieg zwischen den USA und dem Iran, die Anleger zu Umschichtungen ihrer Portfolios veranlassten.

Bereits am Dienstag hatten einige andere Banken ein ähnliches Bild gezeichnet. Während Goldman SachsGS.N und die CitigroupC.N ihre Gewinne unerwartet deutlich steigerten, verfehlte jedoch der Branchenprimus JPMorganJPM.N wegen eines schwächeren Investmentbankings die Erwartungen. Wells FargoWFC.N übertraf zwar die Gewinnziele, enttäuschte Anleger jedoch bei den Erträgen und dem Zinsüberschuss. Die Bank of AmericaBAC.N berichtete am Mittwoch von einem Gewinneinbruch infolge eines schwachen Kapitalmarktgeschäfts und einer Milliardenstrafe.

Bei Morgan Stanley war Treiber der Entwicklung der Aktienhandel, dessen Einnahmen um fast 41 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar in die Höhe schnellten. Im Anleihehandel verzeichnete Morgan Stanley hingegen einen Rückgang der Erträge um 7,3 Prozent auf 2,01 Milliarden Dollar.


VERMÖGENSVERWALTUNG UNTER ERWARTUNGEN

Im wichtigen Geschäft mit der Vermögensverwaltung stiegen die Einnahmen zwar um 10,1 Prozent auf 9,07 Milliarden Dollar, blieben damit aber leicht unter den Erwartungen. "Das ist bedeutsam, da die Vermögensverwaltung einer der wichtigsten strategischen Wachstumsmotoren der Bank ist", erklärte Marktexperte Daniel Coatsworth vom Broker AJ Bell. Morgan Stanley hatte den Bereich in den vergangenen Jahren ausgebaut, um die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking und dem Handel zu verringern.

Das Investmentbanking behauptete sich in einem schwierigen Umfeld. Obwohl das weltweite Volumen von Fusionen und Übernahmen gegenüber dem Vorquartal um 41 Prozent einbrach und der Markt für Börsengänge gedämpft blieb, legten die Erträge der Sparte um zwei Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar zu. Morgan Stanley agierte unter anderem als führender Finanzberater beim Kauf des deutschen Lieferdienstes Delivery HeroDHER.DE durch UberUBER.N für 14,8 Milliarden Dollar. Zudem sicherte sich das Institut bei den erwarteten Börsengängen der Firmen für Künstliche Intelligenz (KI), Anthropic und OpenAI, Plätze in den Bankenkonsortien.

Dagegen sanken die Nettoerträge in der Investment-Management-Sparte, in der auch die Privatkreditfonds gebündelt sind, auf 1,46 Milliarden Dollar nach 1,65 Milliarden vor Jahresfrist. Vor dem Hintergrund von Befürchtungen, dass KI-Technologie Softwareunternehmen in den Portfolios schaden könnte, verlangten Anleger Gelder aus einem wichtigen Fonds zurück.