Milliarden-Übernahme im US-Gasmarkt - EQT schluckt Range Resources

Von Reuters News

- In den USA entsteht ein neuer Gasgigant: Der Erdgasproduzent EQT CorpEQT.N übernimmt seinen Rivalen Range ResourcesRRC.N per Aktientausch. Inklusive Schulden wird der Deal mit mehr als 50 Milliarden Dollar bewertet. Damit entstehe der landesweit größte und einzige vertikal integrierte Erdgasförderer, teilten die Unternehmen am Montag mit. Aktionäre von Range Resources erhalten 0,987 EQT-Aktien für jedes ihrer Papiere. Das entspricht einem Preis von 54,91 Dollar je Aktie und einem Aufschlag von 20,6 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Der reine Aktienwert der Übernahme liegt LSEG-Daten zufolge bei rund 12,8 Milliarden Dollar.

An der Börse kam das Vorhaben unterschiedlich an: Die EQT-Aktie gab im vorbörslichen Handel um 4,6 Prozent nach, während die Papiere von Range Resources um 10,1 Prozent zulegten.

Hintergrund der Übernahme ist der rasante Ausbau von Rechenzentren, der die Nachfrage nach Erdgas in die Höhe treibt. Dies verbessert die Aussichten für den US-Gasmarkt und bringt die Produzenten dazu, ihre Fördermengen auszuweiten und die Vermarktung zu stärken. Der neue Konzern wird künftig mehr als 250 Millionen Kubikmeter Erdgasäquivalent pro Tag produzieren. Zudem kontrolliert er eine Fläche von rund 1,2 Millionen Hektar im Appalachen-Becken im Osten der USA, verfügt über Bohrreserven für mehr als 30 Jahre und ein Leitungsnetz von knapp 6000 Kilometern Länge.

Nach dem für das erste Quartal 2027 erwarteten Abschluss des Deals werden die bisherigen EQT-Aktionäre rund 73 Prozent an dem neuen Branchenriesen halten. Die restlichen 27 Prozent entfallen auf die Investoren von Range. Das bisherige EQT-Management soll das gemeinsame Unternehmen leiten, der Hauptsitz bleibt in Canonsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania. Zwei Vertreter von Range, darunter Konzernchef Dennis Degner, sollen in den Verwaltungsrat von EQT einziehen. EQT verspricht sich von dem Zusammenschluss innerhalb von zwei Jahren jährliche Einsparungen von rund 325 Millionen Dollar. Die Aufsichtsbehörden und Aktionäre müssen der Übernahme noch zustimmen.