Militär verbannt BYD-Autos von Stützpunkt in Japan
Tokio, 27. Okt (Reuters) - Auf einem US-Luftwaffenstützpunkt in Japan sind seit Montag Fahrzeuge des chinesischen Elektroauto-Bauers BYD002594.SZ verboten. Das US-Militär begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. "Diese Fahrzeuge stellen ein inakzeptables und nicht zu bewältigendes Risiko für unser Personal und unsere Mission dar", sagte eine Sprecherin des Stützpunkts Kadena auf der japanischen Insel Okinawa ohne Details zu nennen. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge gibt es Bedenken, dass die in den Fahrzeugen verbauten Kameras und Sensoren sensible Informationen sammeln und weiterleiten könnten. Das Militär hatte den Schritt am vergangenen Freitag angekündigt. Eine Stellungnahme von BYD war zunächst nicht zu erhalten.
Der Stützpunkt Kadena ist ein wichtiger Knotenpunkt der US-Luftwaffe auf der strategisch gelegenen südwestlichen Inselkette Japans am Rande des Ostchinesischen Meeres. Der chinesische Konzern, der TeslaTSLA.O im Jahr 2025 als weltgrößter Verkäufer von batterieelektrischen Fahrzeugen überholt hatte, expandiert derzeit stark im Ausland. Dazu gehört auch Japan, wo das Unternehmen im Juli seinen elektrischen Kleinwagen Racco auf den Markt brachte, um auf dem von einheimischen Marken dominierten Markt Fuß zu fassen. Das US-Verteidigungsministerium hatte BYD im Juni auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die seiner Einschätzung nach das chinesische Militär unterstützen. BYD wies die Einstufung damals zurück.
China hatte seinerseits in der Vergangenheit ähnliche Beschränkungen für Fahrzeuge des US-Herstellers Tesla verhängt. Im Jahr 2021 wurde diesen wegen Sicherheitsbedenken durch die installierten Kameras der Zugang zu einigen Regierungsgeländen verwehrt. Peking hob diese Einschränkung jedoch 2024 wieder auf, nachdem Tesla die Unterstützung des wichtigsten Branchenverbands des Landes erhalten hatte.