Merz besucht in Japan Kernfusions-Firma mit deutschen Partnern
Tokio, 29. Okt (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Tokio die Fusionstechnik-Firma Kyoto Fusioneering besucht. Das Unternehmen arbeitet mit etlichen deutschen Partnern an der Entwicklung und dem Bau des ersten Fusionsenergiereaktors zusammen. Dazu gehören etwa die Münchner Proxima Fusion, Focused Energy aus Darmstadt und Siemens Energy, die jeweils andere Komponenten oder Technologien bei der Entwicklung abdecken. Das auf eine sogenannte Stellarator-Technologie setzende Fusionsunternehmen Proxima Fusion hatte am Mittwoch bereits eine Zusammenarbeit mit Fujikura5803.T, einem weltweit führenden Hersteller von Hochtemperatur-Supraleitern (HTS), bekannt gegeben. Diese soll den Weg zum Aufbau einer großindustriellen Produktion von HTS-Band in Niedersachsen vorbereiten. Deutschland und Japan gehören neben den USA und China zu den führenden Ländern in der Kernfusionsforschung.
Die Kernfusion gilt als umweltfreundliche und sichere Alternative zu den bisherigen Stromproduktionsweisen. Sie soll Zugang zu quasi grenzenlos verfügbarer Energie liefern und gilt deshalb als strategisch sehr wichtig. Mit dem Bau des ersten Reaktors wird 2035 gerechnet. Allerdings könnte es dann noch dauern, bis die Technologie auch kommerziell nutzbar ist.
Die Bundesregierung hatte die Forschungsförderung in diesem Bereich zuletzt deutlich angehoben. Wissenschaftsministerin Dorothee Bär (CSU) hat den Anspruch formuliert, dass der erste Fusionsreaktor in Deutschland gebaut werden soll - dies planen aber auch die USA, China und Japan. Ende Juli vergab der Bund Förderbescheide über 125 Millionen Euro, die an Einrichtungen in sechs Bundesländern gehen. Gefördert werden zunächst drei sogenannte Fusionshubs, in denen bestimmte Entwicklungen vorangetrieben werden sollen. Dies betrifft die Magnetfusion, die Laserfusion sowie die Forschung an Brennstoffkreisläufen und Materialien. Kanzler Merz hatte auf seiner Asienreise das Ziel ausgegeben, dass deutsche Firmen und Forscher enger mit Partnern in Singapur, Japan und Südkorea zusammenarbeiten sollen.