Lies: Volkswagen muss Sanierungskurs umsetzen
Frankfurt, 26. Sep (Reuters) - Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) drängt bei VolkswagenVOWG.DE auf die Umsetzung des vereinbarten Sanierungskurses. "Wir haben da nun gemeinsam im Aufsichtsrat und mit Vorstand und Arbeitnehmerseite den Kurs gesetzt, was das Ergebnis intensiv geführter Debatten war", sagte er dem "Handelsblatt" laut Vorabbericht vom Samstag. "Jetzt müssen die einzelnen Maßnahmen folgen, für die Standorte, die Beschäftigten, den Konzern und die Marken."
Anfang September hatte sich der Aufsichtsrat nach wochenlangem Ringen einstimmig für ein Sanierungskonzept ausgesprochen, mit dem Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume die Rendite bis 2030 auf neun Prozent erhöhen will. Dabei fallen rund 50.000 Arbeitsplätze weg, die Zahl der Modelle wird zusammengestrichen und das Beteiligungsportfolio verschlankt. Das Land Niedersachsen hat als Anteilseigner das Sanierungskonzept beim Wolfsburger Autobauer mitgetragen.
Mit Blick auf den VW-Standort Osnabrück verwies Lies auf die Verantwortung des Landes für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen. Nach der Stabilisierung der Meyer Werft in Papenburg gelte dies "derzeit für den VW-Standort Osnabrück", sagte der Ministerpräsident. Solche Beispiele zeigten aus seiner Sicht, dass die Politik sich um die Sicherung von Arbeitsplätzen kümmere.
Zugleich forderte Lies einen stärkeren Schutz der europäischen Autoindustrie vor Wettbewerbsverzerrungen aus China. Konfrontation und Eskalation seien zwar nicht der richtige Weg. Der Wettbewerb müsse aber fairer werden, sagte Lies. Er verwies auf Marktanteile chinesischer Hybridfahrzeuge von 30 bis 40 Prozent in Teilen Südeuropas. "Die EU muss nun rasch Entscheidungen treffen und Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge erheben", sagte der Politiker. "Nur so lässt sich ein fairer Wettbewerb herstellen und der europäische Automobilstandort in die Zukunft führen."