Julius Bär: Finma beendet Verfahren – Aktienrückkäufe in Sicht

Von Reuters News

- Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat ihr Verfahren gegen Julius BärBAER.S abgeschlossen, womit der Weg für eine Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen frei werden könnte. Die Finma teilte am Dienstag nach Abschluss ihrer Untersuchung mit, dass Julius Bär schwerwiegend gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen, insbesondere in den Bereichen Risikomanagement und Geldwäschebekämpfung, verstoßen habe. Julius Bär bestätigte den Abschluss des Verfahrens und teilte mit, dass das Unternehmen bereits einen Antrag auf Aktienrückkäufe bei der Finma eingereicht habe. Die Aktien der Bank stiegen im frühen Handel um rund sieben Prozent.

Die Untersuchung stand nach Angaben der Aufsicht im Zusammenhang mit Krediten an einen europäischen Konzern sowie mit Kundenbeziehungen zu zwei politisch exponierten Personen aus Russland. Es war bereits das fünfte von der Finma gegen Julius Bär eingeleitete Verfahren in weniger als zehn Jahren. Bär gehörte zu den größten Kreditgebern der zusammengebrochenen Immobiliengruppe des Tiroler Investors Rene Benko und musste dafür vor drei Jahren 586 Millionen Franken abschreiben. Der Skandal kostete mehrere Spitzenvertreter des Instituts den Job. Anfang 2025 übernahm dann der frühere Goldman-Sachs-Manager Stefan Bollinger den Chefposten. Er besetzte eine Reihe von Schlüsselpositionen neu, schrieb weitere Kredite ab und trennte sich von Finanzberatern, die bei ihren Kunden zu wenig genau hinschauten oder die notwendige Leistung nicht erbrachten.