Guten Morgen von Reuters am Freitag, dem 2. Oktober
TOP NEWS:
* EU/RUSSLAND - Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor einer wachsenden Gefahr durch Russland für Deutschland und Europa gewarnt. "Wir stellen uns auf weitere hybride Angriffe ein, auch auf schwere", sagte Merz in einer außenpolitischen Grundsatzrede in Münster. Die Bundesregierung würde darauf wie nach dem versuchten Anschlag auf den Flughafen Leipzig "schnell und sehr klar antworten". Angesichts der AfD-Erfolge bei Landtagswahlen betonte der Kanzler, Deutschland habe die Verantwortung, die Ukraine militärisch gegen den russischen Angriff zu unterstützen. "Wanken wir in Deutschland, dann wankt Europa. Wankt Europa, dann wankt auch die Ukraine", warnte Merz.
* KNDS - Der US-Finanzinvestor Warburg Pincus spricht einem Medienbericht zufolge mit den deutschen Familieneigentümern des Panzerbauers KNDS über den Kauf eines größeren Anteils. Die Beteiligungsgesellschaft führe zudem Gespräche mit Co-Investoren über eine gemeinsame Übernahme, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Als Alternative zu einem Börsengang habe die Holdinggesellschaft der Eigentümerfamilie, Wegmann & Co, das Interesse mehrerer Bieter auf sich gezogen. Die Familie hält derzeit die Hälfte der Anteile an dem deutsch-französischen Rüstungskonzern. Unterdessen hält KNDS-Chef Jean-Paul Alary einen Börsengang 2026 weiterhin für möglich, wie er dem "Handelsblatt" sagte. Auch später als 2026 sei denkbar.
* USA/ARBEITSMARKT - Die Lage am Arbeitsmarkt in den USA dürfte sich im September abgekühlt haben. Für den Job-Report der Regierung erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 90.000, nachdem im August 162.000 Arbeitsplätze hinzugekommen waren. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet genau auf diese Daten, da sie für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll. Sie hat den Leitzins Mitte September auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Fed dieses Jahr nachlegt.
* EUROZONE/INFLATION - Die hohen Öl- und Gaspreise dürften die Inflation im Euroraum weiter nach oben treiben. Für die Verbraucherpreise im September erwarten Experten einen Anstieg auf 3,6 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Die Europäische Zentralbank hat auf die erhöhte Inflation infolge des Iran-Krieges bereits mit zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr reagiert. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass sie noch nachlegt, um dem Preisauftrieb Paroli zu bieten. EZB-Chefin Christine Lagarde hat jedoch klargestellt, dass Energiepreise und Zinsen nicht im Gleichschritt steigen.
* SPANIEN/WOHNUNGSNOT - Das spanische Parlament stimmt über zwei Dekrete der linksgerichteten Minderheitsregierung zur Linderung der akuten Wohnungsnot ab. Die Vorlagen sehen unter anderem ein Verbot von Zwangsräumungen für besonders schutzbedürftige Mieter bis zum Jahr 2030 sowie die automatische Verlängerung von Mietverträgen vor. Ausgelöst durch die aufsehenerregende Zwangsräumung einer 87-Jährigen gibt es in Spanien landesweite Proteste gegen die explodierenden Mieten. Ob das zersplitterte Parlament den Maßnahmen zustimmt, gilt als ungewiss.
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FIRMEN UND BRANCHEN:
SDAX:
* SGL CARBONSGCG.DE - Der Graphit- und Kohlenstoff-Spezialist kehrt nach gut einem Jahr in den Kleinwerteindex zurück. Das Unternehmen aus Wiesbaden ersetzt dort von Dienstag (6. Oktober) an den Versicherungs- und Bausparkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W)WUWGn.DE, wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx mitteilte. Grund für den außerplanmäßigen Wechsel ist die Ankündigung von W&W, vom streng regulierten Prime Standard in das Freiverkehrs-Segment Scale zu wechseln.
FIRMEN UND BRANCHEN - WEITERE NACHRICHTEN:
* NIKENKE.N - Konzernchef Elliott Hill verpasst dem weltgrößten Sportartikelhersteller das nächste Sparprogramm mit weiteren Stellenstreichungen. Bis Mitte 2031 sollen die Kosten mit dem "Pace" genannten Programm um 2,5 Milliarden Dollar gesenkt werden, teilte Nike mit. Im abgelaufenen Quartal büßte der Adidas-Rivale vier Prozent Umsatz ein auf 11,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Rückgang gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2026/27 (per Ende Mai) rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang um einen hohen einstelligen Prozentsatz - deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.
* MODERNAMRNA.O - Der Impfstoffhersteller rückt nach Angaben des Börsenbetreibers Nasdaq für Warner Bros. Discovery in den Aktienindex Nasdaq auf. Der Wechsel werde am 9. Oktober wirksam, teilte das Unternehmen mit. Die Aktien von Moderna haben sich in diesem Jahr mehr als versechsfacht. Warner Bros. Discovery wird zudem aus den Indizes großer Anbieter wie MSCI und S&P gestrichen. Hintergrund ist die Fusion des Medienkonzerns mit Paramount Skydance.
* BULL AI - Der französische Supercomputer-Hersteller Bull AI hat seine Produktionskapazitäten für europäische KI-Projekte verdoppelt. Das Unternehmen habe am Donnerstag ein erweitertes Werk im westfranzösischen Angers wiedereröffnet, teilten Führungskräfte Reuters mit. Die Produktion steige damit von sechs auf zwölf Server-Racks pro Monat. Die Fertigung könne im kommenden Jahr bei anhaltender Nachfrage auf 24 Einheiten erhöht werden. Der Ausbau der einzigen auf Supercomputer spezialisierten Fabrik in Europa kostete den Angaben zufolge 80 Millionen Euro.
Zusatzinfo unter Doppelklick auf .FDEGER-HOTGER/TOP
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BLICKPUNKT ZENTRALBANKEN UND KONJUNKTUR:
* JAPAN/INFLATION - Die Inflation in der japanischen Hauptstadt Tokio hat sich im September Regierungsdaten zufolge beschleunigt. Die Kernverbraucherpreise, die frische Lebensmittel ausschließen, Energiekosten jedoch beinhalten, stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, teilte die Regierung mit. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 2,4 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 1,8 Prozent im August. Ein weiterer Index, der zudem die schwankungsanfälligen Energiekosten herausrechnet und von der Bank of Japan (BOJ) als wichtiger Indikator für den Inflationstrend beachtet wird, kletterte um 3,0 Prozent. Dieser Wert lag im August bei 2,0 Prozent.
* RUSSLAND/BIP - Die ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien kosten Russland nach Worten von Präsident Wladimir Putin ein Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Ukraine habe mit diesen Angriffen "ihre Ziele teilweise erreicht", sagte Putin auf einem Forum in Moskau. Russland reagiere nun entsprechend. Putin zufolge hat die Ukraine zudem mehr als 100 russische Schiffe im Schwarzen Meer beschädigt.
TERMINE:
00:20 - Fed’s Logan participates in moderated Q&A
09:30 - ECB’s Vujčić, Rehn, Sleijpen and Buch speak at ESRB conference
09:30 - ECB’s Cipollone speak at Spanish event
11:00 - Euro Zone-flash inflation
14:30 - Monthly US jobs data released
16:00 - Federal Reserve Bank of Dallas President Lorie Logan gives welcome remarks at macroeconomics of migration workshop
16:00 - United States-Factory Orders
17:00 - Irish finance minister gives pre-budget update on tax receipt forecasts
21:35 - Bundesbank president Nagel speaks in Rostock
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INDIKATOREN:
Country | Indicator | Period | Poll | Prior | Unit | |
11:00 | EU | Inflation y/y, flash | Sep | 3.6 | 3.2 | Percent |
14:30 | US | Non-Farm Payrolls | Sep | 90 | 162 | Percent |
14:30 | US | Unemployment Rate | Sep | 4.1 | 4.1 | Index |
14:30 | US | Average Earnings | Sep | 0.3 | 0.3 | Index |
16:00 | US | Factory Orders | Aug | 0.1 | 0.9 | Index |
Die Prognosen sind Konsensschätzungen einer Reuters-Umfrage.
Zusatzinfo unter: GER-ECI
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BLICKPUNKT POLITIK:
* USA/ÄGYPTEN - Die USA haben nach Regierungsangaben wegen des Krieges gegen den Iran die Menschenrechtsauflagen für Militärhilfen an Ägypten in Höhe von mehr als 300 Millionen Dollar aufgehoben. US-Außenminister Marco Rubio habe die entsprechenden Anforderungen für 320 Millionen Dollar im Haushaltsjahr 2025 ausgesetzt, hieß es in einem Schreiben an Kongressausschüsse, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Außenministerium in Washington teilte mit, dass es den Schritt bestätige.
* EU/USA/DIESEL - Die Europäische Union dringt angesichts knapper Diesel-Bestände und kräftiger Preissprünge auf ein gemeinsames Vorgehen mit den USA. EU-Handelschef Maros Sefcovic sagte am Rande des G20-Handelsministertreffens, er habe mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer über die Lage beraten. Europa wünsche sich einen koordinierten Ansatz, um die Preise zu senken und die Versorgung auf beiden Seiten zu sichern.
* UKRAINE/SÜDKOREA - Südkorea hat der Ukraine im diplomatischen Streit um die Übergabe nordkoreanischer Kriegsgefangener mit Konsequenzen gedroht. Die Regierung in Seoul werde zusätzliche Maßnahmen ergreifen, sollte Kiew weiterhin die Existenz einer Vertraulichkeitsvereinbarung leugnen und sich nicht öffentlich entschuldigen, erklärte der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung auf der Kurznachrichtenplattform X. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bemühte sich Medienberichten zufolge um Schadensbegrenzung. Die Regierung in Kiew arbeite an einer raschen Lösung.
* RUSSLAND - Der russische Präsident Wladimir Putin hat für den Fall einer Bedrohung der russischen Exklave Kaliningrad mit dem Einsatz des gesamten militärischen Arsenals gedroht. Militärmanöver und die Festsetzung russischer Schiffe stellten eine Eskalation dar, sagte Putin auf einem Forum in Moskau. Sollte eine Bedrohung für Kaliningrad entstehen, werde Russland den Einsatz aller Waffen in seinem Arsenal in Erwägung ziehen.
* RUSSLAND/EU - Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge könnten westliche Unternehmen ihre Vermögenswerte in Russland zurückerhalten, sollte sich "ein günstiges Szenario" ergeben. Putin bezog sich auf die Entscheidung des russischen Staates, mehrere europäische Firmen unter eine als "vorübergehende externe Verwaltung" bezeichnete Aufsicht zu stellen. Russland habe aber nichts verstaatlicht, sagte Putin.
* EU/ASYL - Griechenland hat die EU aufgefordert, den Mitgliedstaaten bei einem starken Migrationsdruck die vorübergehende Aussetzung von Asylanträgen zu erlauben. Die derzeitigen Regeln reichten nicht aus, um einen Massenansturm wie in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta im Sommer zu bewältigen, argumentierte die Regierung in Athen beim Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg. Der Vorstoß stieß bei einigen Mitgliedstaaten auf Zustimmung.
* DEUTSCHLAND/BUNDESWEHR - Die Bundeswehr stellt als Konsequenz aus dem Ukraine-Krieg erstmals ein eigenes Drohnenregiment auf. "Wir werden im Laufe des Jahres 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufbauen", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius. Die Bundeswehr ziehe damit ihre Schlüsse aus den Beobachtungen auf dem Gefechtsfeld.
TERMINE:
Ursula von der Leyen tours EU hopefuls in Western Balkans
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SNAPSHOT MÄRKTE:
* WALL STREET - Die US-Börsen haben am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten zugelegt und leicht im Plus geschlossen. Eine Kehrtwende bei den Renditen von US-Staatsanleihen sorgte für die Erholung am Aktienmarkt. Zuvor hatten die Renditen für zehnjährige Papiere den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht und die Kurse belastet.
* ASIEN - Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag im Vorfeld wichtiger US-Arbeitsmarktdaten und angesichts geopolitischer Spannungen nachgegeben.
DEVISEN
Währungen | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Euro/Dollar | 1,1251 | +0,1% |
Pfund/Dollar | 1,3209 | +0,1% |
Dollar/Franken | 0,8293 | -0,2% |
Euro/Franken | 0,9334 | -0,1% |
Dollar/Yen | 157,86 | -0,1% |
Bitcoin/Dollar | 86.613,60 | +2,4% |
Ethereum/Dollar | 2.741,31 | +1,6% |
Kurs um 07:00 Uhr | EZB-Fixing am 1.10.2026 | |
Euro/Pfund | 0,8516 | 0,8537 |
Zusatzinfo zum Devisenmarkt unter: .FDE-FRX FRX
US-AKTIEN
Schlusskurse der US-Indizesam Donnerstag | Stand | Veränderung in Prozent |
Dow Jones.DJI | 50.926,56 | +0,0% |
Nasdaq.IXIC | 26.871,60 | +0,0% |
S&P 500.SPX | 7.666,45 | +0,2% |
Zusatzinfo zum US-Aktienmarkt unter: .NDEUS-STX
ASIATISCHE AKTIEN
Asiatische Aktienindizes am Freitag | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Nikkei.N225 | 68.330,17 | -0,9% |
Topix.TOPX | 4.099,46 | -0,8% |
Shanghai.SSEC | Kein Handel | |
CSI300.CSI300 | Kein Handel | |
Hang Seng.HSI | 23.982,86 | -2,6% |
Kospi.KS11 | 6.985,71 | +0,2% |
Zusatzinfo zu den asiatischen Aktienmärkten unter: .TDE JP-STX HK-STX
EUROPÄISCHE AKTIEN
Schlusskurse europäischer Aktien-Indizes und -Futures am Donnerstag | Stand | |
Dax.GDAXI | 24.939,35 | |
EuroStoxx50.STOXX50E | 6.175,45 | |
SMI.SSMI | 13.622,85 | |
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Indikationen | Stand | |
Dax bei Lang & Schwarz | 0,00 | |
Late/Early-Dax.GDAXIL | 25.011,11 | |
SMI-Future | 13.629,00 |
Zusatzinfo zum Aktienmarkt unter: .FDE-STX GER-STX
ANLEIHEN
Anleihe-Futures | Stand | |
Bund-Future | 120,80 |
|
T-Bond-Future | 102,84 | |
Gilt-Future | 84,23 | |
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Anleihe-Renditen | Stand | Schluss-Rendite am am 1.10.2026 |
10-jährige Bundesanleihe | 3,529% | 3,519% |
30-jährige Bundesanleihe | 3,911% | 3,908% |
10-jährige US-Anleihe | 5,247% | 5,234% |
30-jährige US-Anleihe | 5,626% | 5,603% |
10-jährige brit. Anleihe | 5,389% | 5,402% |
30-jährige brit. Anleihe | 5,943% | 5,934% |
Zusatzinfo zu den Anleihemärkten unter: [DBT GVD]
ROHSTOFFE
Energie und Metalle | Preise um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Brent-Öl ($/Barrel) | 102,20 | -0,1% |
WTI-Öl ($/Barrel) | 92,53 | -0,4% |
US-Erdgas ($/MMBTU) | 2,9250 | -1,4% |
Gold ($/Feinunze) | 4.184,24 | +0,2% |
Kupfer ($/Tonne) | 14.334,50 | +0,6% |
Zusatzinfo zu den Rohstoffmärkten unter: .CDE
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