Graphit-Hersteller Vianode sucht Partner - auch Übernahme denkbar
Stockholm, 30. Sep (Reuters) - Der norwegische Graphit-Hersteller und GMGM.N-Zulieferer Vianode sucht einen Partner zur Finanzierung seiner Wachstumspläne. Dabei gehe es um Kapital, industrielles Fachwissen oder eine breitere strategische Beziehung, sagte Firmenchef Burkhard Straube der Nachrichtenagentur Reuters. Vianode sei für verschiedene Ergebnisse offen, von einer Partnerschaft bis hin zu einer vollständigen Übernahme. Das Unternehmen habe die Bank JP Morgan mit der Begleitung des Prozesses beauftragt. Straube betonte, er hoffe, bis Ende des Jahres einen Partner gefunden zu haben und sei offen für Industrie- und Finanzinvestoren.
Vianode baut derzeit eine Fabrik in Ontario, Kanada, die Material für rund zwei Millionen E-Autos pro Jahr liefern soll. Für die Fertigstellung wird jedoch zusätzliche Finanzierung benötigt. Die Produktion soll daher erst 2029 anlaufen, später als ursprünglich geplant. Seit 2024 ist die schwedische Beteiligungsgesellschaft Altor der alleinige Geldgeber von Vianode, nachdem Norsk Hydro seinen Anteil verkauft und weitere Finanzierungen eingestellt hatte.
Zu den Kunden von Vianode gehört der US-Autobauer General Motors, der im Januar 2025 eine milliardenschwere Vereinbarung über die Lieferung von synthetischem Graphit für E-Auto-Batterien unterzeichnete. Wie auch andere Hersteller hat GM seine Ambitionen jedoch zurückgeschraubt. Gründe sind die nachlassende Nachfrage und die von US-Präsident Donald Trump zurückgenommene Förderung für E-Autos.
Westliche Unternehmen versuchen derzeit, ihre Abhängigkeit von China bei Batteriematerialien zu verringern. Die Regierung in Peking kontrolliert rund 95 Prozent des weltweiten Angebots an Graphit in Batteriequalität.