Goldpreis springt nach US-Wahl über 4000-Dollar-Marke

Von Reuters News

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:


09.30 Uhr - Nach den US-Zwischenwahlen hat der Goldpreis nach dem Rücksetzer Ende Oktober erneut die Marke von 4000 Dollar übersprungen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um rund 2,5 Prozent auf 4031 Dollar. Auftrieb gaben dem Edelmetall ein schwächerer Dollar.DXY und ein deutlicher Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. Ein weiterer Grund sei der Wunsch der Anleger nach Absicherung angesichts möglicher Konflikte zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress. "4000 Dollar ist die klare Widerstandsmarke - und ein Ausbruch aus dieser Spanne könnte die nächste größere Bewegung des Goldpreises einleiten", sagte Matt Simpson, Chefanalyst beim Finanzdienstleister StoneX. Die Anleger warten nun auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, um weitere Hinweise auf den Kurs der US-Notenbank Fed zu erhalten. Händler sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 79 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember. Höhere Zinsen machen das zinslose Edelmetall für Anleger unattraktiver.


07.55 Uhr - Die Verunsicherung der Anleger über die künftige Politik Washingtons im Iran-Krieg nach den US-Zwischenwahlen stützt die Preise am Ölmarkt. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils knapp ein halbes Prozent auf 103,85 und 96,19 Dollar je Fass (159 Liter). Damit machten die Preise ihre Verluste vom Vortag teilweise wett, als sie auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen waren. Die Demokraten errangen bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses. Dies schürt an den Märkten die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran. "Die widersprüchlichen Signale von Präsident Trump - mal Militärschläge, mal Äußerungen zur Deeskalation - haben es für Händler schwierig gemacht, eine klare Richtung zu erkennen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin bei Phillip Nova. Einige Gewinnmitnahmen seien gerechtfertigt. "Die zugrunde liegenden Risiken einer Lieferunterbrechung an der Straße von Hormus sind jedoch nicht verschwunden."