Goldman Sachs nennt bei Partner-Beförderungen keine Diversitätsdaten mehr
New York, 05. Nov (Reuters) - Die US-Investmentbank Goldman SachsGS.N hat die Ernennung von 109 neuen Partnern bekanntgegeben, verzichtet dabei jedoch erstmals seit Jahren auf die Veröffentlichung demografischer Daten. Trotz der fehlenden Aufschlüsselung betrachte die Bank die Vielfalt ihrer Belegschaft weiterhin als entscheidend für den geschäftlichen Erfolg, erklärte ein Manager am Donnerstag. Künftig würden mehr als 100 der insgesamt rund 500 Partner weiblich sein. Bei der vorherigen Ernennungsrunde 2024 hatte Goldman Sachs noch detailliert mitgeteilt, dass 27 Prozent der damals 95 neuen Partner Frauen waren. Zudem waren sechs Prozent der Beförderten hispanischer Abstammung und vier Prozent Schwarze.
Der Manager begründete den Verzicht auf die Aufschlüsselung mit dem veränderten rechtlichen Umfeld. Nach der Wiederwahl von Präsident Donald Trump im Jahr 2024 haben viele US-Unternehmen ihre Programme zur Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) zurückgefahren. Trump hatte eine Kampagne gegen solche Initiativen mit der Begründung gestartet, dass diese diskriminierend gegenüber weißen und männlichen Angestellten seien. Die aktuelle Beförderungsrunde bei Goldman Sachs ist die größte seit 2010. Die Ernennungen werden zum 1. Januar wirksam.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Geldhaus einen kompletten Abschnitt zum Thema Diversität aus seinem Geschäftsbericht gestrichen. Dass Goldman nun auch weitere Angaben weglässt, stieß auf Kritik. "Es ist bedauerlich, dass eine der größten und einflussreichsten Banken der Welt Angst davor hat, demografische Daten zu veröffentlichen", sagte Mayra Rodriguez Valladares vom Beratungsunternehmen MRV Associates. Führungskräfte sollten Zahlen nicht nur dann herausgeben, wenn es politisch opportun sei.
Die Partnerschaft bei Goldman Sachs ist ein Überbleibsel aus der Zeit vor dem Börsengang 1999 und gilt an der Wall Street als äußerst begehrt. 85 Prozent der neuen Partner arbeiten in umsatzstarken Bereichen wie dem weltweiten Bank- und Kapitalmarktgeschäft sowie der Vermögensverwaltung.