Gewinn von E-Autobauer BYD wächst langsamer als erwartet
Peking, 29. Okt (Reuters) - Der chinesische Elektroautobauer BYD002594.SZ1211.HK hat im dritten Quartal wegen des verschärften Wettbewerbs auf dem Heimatmarkt weniger verdient als von Experten erwartet. Der Nettogewinn stieg nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen um 28 Prozent auf zehn Milliarden Yuan (rund 1,5 Milliarden Dollar). Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn zwischen 11,4 und 12,95 Milliarden Yuan gerechnet. Im Vorquartal hatte das Plus noch bei 30 Prozent gelegen.
Der weltweite Absatz stieg im dritten Quartal um 18,8 Prozent auf mehr als 1,32 Millionen Fahrzeuge. Dabei glichen die Exporte, die sich mehr als verdoppelten, die schwächere Nachfrage in China aus. Die schnelle Expansion verlangsamt sich jedoch, da auch andere chinesische Hersteller auf den Weltmarkt drängen. "Der Wettbewerb auf den Exportmärkten für BYD nimmt zu", sagte Automobilanalyst Felipe Munoz. Die kommenden Quartale dürften für den Konzern schwieriger werden. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 13,6 Prozent auf 221,5 Milliarden Yuan zu. Damit ließ BYD ein ganzes Jahr schrumpfender Erlöse hinter sich.
Die Geopolitik stelle die größte Herausforderung für das internationale Wachstum von BYD dar, erklärte Vizechefin Stella Li. Konzernchef Wang Chuanfu strebt an, binnen fünf Jahren die weltweite Marktführerschaft in der Autoindustrie zu übernehmen. In Europa drohen chinesischen Herstellern jedoch strengere Auflagen. Die Europäische Union (EU) plant Beschränkungen für den Import von Hybridfahrzeugen, die bei BYD, SAIC600104.SS und Chery9973.HK mehr als die Hälfte der Verkäufe in Europa ausmachen. Zudem wächst der Druck in China: Konkurrent Geely0175.HK ist in der Batterietechnik überlegen, während Leapmotor9863.HK mit günstigen Modellen Marktanteile gewinnt.