Fresenius baut Biosimilar-Geschäft durch Partnerschaft mit chinesischer WuXi aus
Frankfurt, 02. Nov (Reuters) - Der Gesundheitskonzern FreseniusFREn.DE drückt beim Ausbau seines Geschäfts mit biotechnologisch hergestellten Nachahmerpräparaten (Biosimilars) aufs Tempo. Über eine Entwicklungspartnerschaft mit dem chinesischen Auftragsfertiger WuXi Biologics2269.HK sichert sich der Dax-Konzern in den kommenden zehn Jahren den Zugriff auf bis zu 37 neue Biosimilar-Kandidaten, wie Fresenius am Montag mitteilte. Das Portfolio von derzeit 29 vermarkteten und in der Entwicklung befindlichen Molekülen soll so auf bis zu 66 anwachsen. Fresenius zielt dabei auf Originalpräparate ab, die derzeit ein Marktvolumen von mehr als 370 Milliarden Euro repräsentieren. Nach eigenen Angaben ist es der bislang größte Vertrag dieser Art in der Branche.
Fresenius behält die weltweiten Vermarktungsrechte für die künftigen Produkte und bezahlt WuXi für die Entwicklungsarbeit. Neue Schulden will der Konzern dafür nicht machen, die Kosten sollen aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden. Finanzielle Details zu dem Deal nannte Fresenius nicht. Vorstandschef Michael Sen setzt damit seine Ankündigung aus dem Sommer um, die gestiegene Finanzkraft in Partnerschaften und Forschung zu stecken. Biosimilars waren zuletzt der Wachstumstreiber der Bad Homburger. Erst im Oktober hatte Fresenius den spanischen Biosimilar-Spezialisten mAbxience komplett übernommen. Dessen Fabriken könnten künftig auch die Produktion der neuen WuXi-Wirkstoffe übernehmen.
Die bisherigen Finanzziele für das laufende Jahr sowie die Biopharma-Ziele für 2030 bestätigte das Unternehmen. Durch den WuXi-Auftrag dürften die langfristigen Ziele für die Sparte jedoch deutlich steigen. Zunächst wollen sich die Partner auf Nachahmerversionen des Krebsmittels Polivy sowie des Augenmedikaments Tepezza konzentrieren.