Frankreich verstärkt Schutzmaßnahmen aus Angst vor neuen Krawallen

Von Reuters News

- Frankreich hat aus Furcht vor neuen Gewalteskalationen die Schutzmaßnahmen massiv verstärkt. Innenminister Laurent Nunez mobilisierte für die Demonstrationen am Samstag landesweit 70.000 Polizisten, 10.000 mehr als vor einer Woche. "Wir müssen extrem schnell reagieren. Wir haben massive Aufrufe zu Krawallen von politischen Gruppen und schlicht und ergreifend von Kriminellen", sagte er. "Es wird ein langer Tag werden."

In Paris patrouillierten Anti-Terror-Einheiten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees, Polizeiwagen umkreisten den Triumphbogen. Zahlreiche Geschäfte verrammelten ihre Schaufenster. Kultureinrichtungen wie der Louvre und die Oper blieben geschlossen, zudem wurde der Betrieb an mehr als 20 U-Bahn-Stationen eingestellt.

Besonders die Luxusgeschäfte in Paris rüsteten sich gegen mögliche Plünderungen, nachdem am vergangenen Wochenende Hunderte Geschäfte in Städten wie Paris, Marseille und Bordeaux verwüstet worden waren. Die Filialen von Rolex und De Beers nahe der Place Vendome blieben geschlossen, wie Mitarbeiter sagten. Ein Geschäft der Marke Lacoste wurde nach massiven Schäden in der Vorwoche komplett mit Metallgittern verkleidet. Auch AdidasADSGn.DE und Hugo BossBOSSn.DE informierten ihre Kunden auf den Champs-Elysees über Schließungen. Der Luxusgüterkonzern LVMHLVMH.PA verstärkte den Schutz von Geschäften wie Louis Vuitton, Dior und Bulgari und setzte zusätzliche private Sicherheitsdienste ein. Auch HermesHRMS.PA und das Kaufhaus Printemps verschärften ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Wo die Hauptkundgebung am Samstag in Paris stattfinden wird, war unklar, nachdem die Polizei versucht hatte, diese aus dem Stadtzentrum an den südöstlichen Rand der Hauptstadt umzuleiten. "Die angemeldete Route stellt eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Ordnung dar, insbesondere wegen der hohen Dichte an Geschäften", teilte die Pariser Polizeipräfektur mit. "Wieder einmal stören die Regierenden die Protestmärsche und setzen den Organisationen unmögliche Fristen, um sich neu zu organisieren. Diese Methoden greifen im ganzen Land um sich", schrieb der linke Politiker Jean-Luc Melenchon auf der Plattform X. Auch in anderen französischen Städten wie Metz, Nancy und Limoges wurden die Demonstrationen eingeschränkt.