Europäische Zahlungsdienstleister wollen mit Netzwerk US-Abietern Paroli bieten

Von Reuters News

- Mehrere europäische Zahlungsdienstleister wollen mit einem länderübergreifenden System Europas Abhängigkeit von den US-Anbietern VisaV.N und MastercardMA.N verringern. Zu den Gründern des Gemeinschaftsunternehmens European Network for Payments (ENP) in Madrid zählen unter anderem Bizum aus Spanien, Bancomat aus Italien sowie das in Brüssel ansässige Wero, wie die Partner am Mittwoch mitteilten. Das Netzwerk verbindet Dienste mit rund 130 Millionen Nutzern in 13 europäischen Ländern. Dort leben mehr als 70 Prozent der Einwohner der Europäischen Union und Norwegens.

Den Angaben zufolge sollen zunächst grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Privatpersonen ermöglicht werden, bevor der Dienst auf den Online-Handel und Kassenterminals ausgeweitet wird. Die technische Grundlage bilden europäische Standards und Sofortüberweisungen. Die Zersplitterung sei lange die größte Hürde für europäische Zahlungssysteme gewesen, sagte Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative (EPI).

Angesichts globaler Konflikte räumen europäische Politiker einer Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr hohe Priorität ein. Die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) für einen digitalen Euro bis 2029 könnten das Projekt ergänzen, hieß es in der Mitteilung weiter. Auf längere Sicht soll sich das Netzwerk wirtschaftlich selbst tragen. Zunächst jedoch müssen die Anteilseigner Weimert zufolge die Betriebskosten übernehmen.