Energieminister stellt sich im Streit um Diesel-Exportverbot gegen Trump

Von Reuters News

- US-Energieminister Chris Wright hat sich in der Debatte um ein Exportverbot für Diesel öffentlich gegen US-Präsident Donald Trump gestellt. Ein solcher Schritt funktioniere nicht und könne die Preise für Benzin und Kerosin sogar in die Höhe treiben, sagte Wright am Mittwoch in New York. Damit widersprach er dem Präsidenten, der die Idee eines Ausfuhrstopps unterstützt.

Die Dieselpreise in den USA haben wegen des US-israelischen Krieges mit dem Iran und des Konflikts in der Ukraine Rekordstände erreicht. Dies sorgt im Vorfeld der Kongresswahlen am 3. November für Unmut bei Landwirten und anderen Verbrauchern. Für Trump und seine Republikaner, die ihre knappe Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verteidigen wollen, stellen die hohen Kraftstoffkosten ein erhebliches politisches Risiko dar.

"Das grobe Instrument eines Exportverbots für Diesel funktioniert definitiv nicht", erklärte Wright. Wenn der in den USA produzierte Diesel nicht exportiert werden könne, fehle es an Lagerkapazitäten. In der Folge müssten die US-Raffinerien ihre Verarbeitung drosseln, was den Preisdruck bei Benzin und Kerosin verstärken würde. Der durchschnittliche Dieselpreis lag dem US-Verkehrsclub AAA zufolge am Mittwoch bei 6,52 Dollar pro Gallone und damit 76 Prozent höher als vor einem Jahr.

Dass ein Kabinettsmitglied dem Präsidenten öffentlich widerspricht, ist in der aktuellen US-Regierung ungewöhnlich. Allerdings hatte auch Innenminister Doug Burgum Bedenken gegen ein solches Verbot geäußert. Er warnte vor Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder, die Kraftstoff in die USA liefern. Der Innenminister ist in den USA nicht wie in Deutschland für Themen wie die innere Sicherheit zuständig, sondern unter anderem für Bodenschätze und Naturparks. Einem Vertreter des Weißen Hauses zufolge will der Präsident, dass die Preise an den Zapfsäulen sinken. Er prüfe alle Optionen.

Energieexperten stützen Wrights Einschätzung. Ein Wegfall der Exportmöglichkeiten würde viele Anlagen zwingen, ihre Auslastung zu reduzieren und damit auch die Produktion von Benzin und anderen Produkten verringern, schrieben die Analysten von TACenergy.