Diageo-Chef: "Drastic Dave" sorgt für erste positive Überraschung

Von Reuters News

- Der weltgrößte Spirituosenkonzern DiageoDGE.L hat Anleger mit einem unerwarteten Umsatzplus überrascht und damit für einen Hoffnungsschimmer gesorgt. Im ersten Quartal sei der organische Umsatz um 0,6 Prozent gestiegen, während Analysten mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Die Aktie legte daraufhin um 3,5 Prozent zu. Grund für die gute Stimmung war vor allem, dass der Rückgang im wichtigen, aber zuletzt schwächelnden US-Geschäft geringer ausfiel als befürchtet.

Dies ist ein erster kleiner Erfolg für den neuen Chef Dave Lewis, der seit Januar im Amt ist und den Konzern mit einem harten Sparkurs wieder auf Vordermann bringen soll. Lewis, der wegen seiner radikalen Sanierungen bei früheren Arbeitgebern den Spitznamen "Drastic Dave" trägt, trat jedoch selbst auf die Euphoriebremse. Das Quartal sei "im Rahmen der Erwartungen" verlaufen, erklärte er. Genauere Zahlen zeigten, dass der Zuwachs nicht durch mehr verkaufte Flaschen, sondern durch höhere Preise und einen besseren Produktmix zustande gekommen sei. Während das Geschäft in Nordamerika weiter geschrumpft sei, hätten die Regionen Lateinamerika und Asien-Pazifik ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnet .

Analysten führten das bessere Abschneiden in Nordamerika zudem eher auf den Zeitpunkt von Warenlieferungen als auf eine echte Trendwende zurück.

In einer Telefonkonferenz räumte Lewis ein, die Früchte seiner neuen Strategie könnten erst später geerntet werden. Eine echte Verbesserung bei Marken wie Tequila, Crown Royal Whisky und Smirnoff werde erst gegen Ende des Geschäftsjahres spürbar sein. Erfolge gebe es jedoch bereits bei trinkfertigen Cocktails. Der Umsatz mit Smirnoff-Mixgetränken sei weltweit um 15 Prozent gewachsen. Auch die Biermarke Guinness wachse stark, und man habe Pläne, um der wachsenden Konkurrenz im Stout-Markt zu begegnen.