Deutschland und Frankreich nähern sich Einigung bei Verbrennerautos
Brüssel, 15. Okt (Reuters) - Frankreich und Deutschland nähern sich einer Einigung bei der Zukunft des Verbrennungsmotors, die eine Aufweichung des für 2035 geplanten faktischen Verbots für Neuwagen bedeuten würde. Nach dem deutsch-französischen Plan, über die allerdings etwa in der schwarz-roten Koalition noch eine Einigung erreicht werden muss, würde das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen von bisher 100 auf 90 Prozent sinken, ohne dass weitere Ausgleichsmaßnahmen erforderlich wären. Das abgeschwächte Ziel kommt den Wünschen der deutschen Automobilhersteller entgegen.
Die Europäische Kommission hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, dass die CO2-Emissionen von Pkw bis 2035 um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 2021 sinken sollten. Sie erklärte jedoch, dass die Automobilhersteller die Lücke bis auf 100 Prozent schließen müssten, indem sie kohlenstoffarmen Stahl und alternative Kraftstoffe einsetzen.
Umweltminister Carsten Schneider wiederum schlug Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Namen der SPD vor, das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen von bisher 100 auf 95 Prozent zu senken. Weitere fünf Prozent der Emissionen könnten demnach ausgeglichen werden, wenn im Gegenzug verbindlich in Europa hergestellter grüner und recycelter Stahl verbaut werde. Eine weitergehende Aufweichung komme für die Minister aber nicht in Frage: "Weitere Kompensationen von unterhalb 90 Prozent lehnen wir ab", heißt es in dem Brief, der Reuters am Donnerstag vorlag. Deshalb muss jetzt noch innerhalb der Koalition eine Einigung gefunden werden. Der CDU-Wirtschaftsrat hatte eine Absenkung der Vorgaben auf 80 Prozent CO2-Minderung vorgeschlagen, die auch nicht durch enge Anrechnungsgrenzen "praktisch wirkungslos" werden dürfe.