Der PLATOW Brief - Trade Republic wird Lebensversicherer
Kürzlich stellte Trade Republic seine Pläne zum Altersvorsorgedepot vor. Nun soll offenbar ein eigener Lebensversicherer das Angebot ergänzen. Doch was steckt dahinter?>
Trade Republic wird allem Anschein nach Lebensversicherer. Die FMA Liechtenstein hat am 15. Oktober die Justinian Versicherungs AG in Vaduz zugelassen. Bis zum 13. Oktober hieß die Gesellschaft im Handelsregister Trade Republic Assurance AG. Laut Registerdaten, die PLATOW vorliegen, sitzt im Verwaltungsrat Trade Republic-Mitgründer Thomas Pischke.
Trade Republic hat kürzlich sein gebührenfreies Altersvorsorgedepot vorgestellt. Garantien enthält das Depot nicht. Die Reform fördert daneben Produkte mit 80 oder 100% Beitragsgarantie. Vermutlich will der Neobroker sie über einen eigenen Versicherer anbieten. Trade Republic reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage.
Breite LV-Zulassung Die FMA hat die Gesellschaft für die klassische Lebensversicherung und für die fondsgebundene Lebensversicherung zugelassen. Liechtensteiner Versicherer dürfen im Europäischen Wirtschaftsraum grenzüberschreitend anbieten. Für Deutschland muss die FMA dafür die Bafin informieren. Ob das geschehen ist, bleibt unklar. Die Bafin äußert sich nicht zu einzelnen Unternehmen. Deutschland ist mit über 5 Mio. Kunden der größte Markt des Neobrokers. Ein Vertrieb hierzulande liegt daher nahe. Bestätigt ist er nicht.
Veteranen der Assekuranz an Bord Die Geschäftsleitung bilden laut Registerdaten Francis Blumberg und Andreas Torner. Blumberg ist Aktuar und arbeitete bei Swiss Re und Howden Tiger. Zuletzt war er laut seinem LinkedIn-Profil selbstständig. Torner ist Mitglied der Geschäftsführung der Trade Republic Bank und kommt von der Deutschen Bank. Ob Torner seine bisherige Position aufgibt, ist unklar.
Im Verwaltungsrat sitzen laut Registerdaten neben Pischke zwei weitere Personen. Kirsten Donner leitet bei Trade Republic die Rechtsabteilung für Regulierung und Produkte. Peter Lütke-Bornefeld bringt die Branchenerfahrung mit. Er führte von 1993 bis 2009 die Kölnische Rück und war lange Aufsichtsratschef bei VHV und MLP. Drei der fünf bestimmenden Köpfe kommen damit von Trade Republic. Das spricht für eine enge Bindung von Justinian an die Bank.
Einfach wird der Schritt in den Versicherungsmarkt nicht. Speziell in Deutschland dominieren wenige Unternehmen den Markt. Allianz, R+V und Generali kamen laut Moody’s 2025 im Neugeschäft auf 48,8%. Wachstum entsteht laut Moody’s dort, wo der Zugang zum Kunden schon steht. Trade Republic bringt ihn in Deutschland mit.