Chips für Rechenzentren: Infineon modernisiert Werk Villach

Von Reuters News

- InfineonIFXGn.DE baut seine Produktion von Leistungshalbleitern für Rechenzentren aus. Im österreichischen Werk Villach werde die weltweit erste Anlage zur Massenfertigung von Galliumnitrid-Halbleitern (GaN) auf Basis von Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern aufgebaut, teilte der Chipkonzern am Dienstag mit. Hierzu werde der Standort in den kommenden Jahren für insgesamt 1,1 Milliarden Euro modernisiert. "Damit ebnen wir den Weg für den flächendeckenden Einsatz von Galliumnitrid in einer Vielzahl an Schlüsselanwendungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität und Robotik", sagte Firmenchef Jochen Hanebeck. Die Aktien des Unternehmens stiegen im frühen Handel um knapp zwei Prozent.

Für dieses Projekt erhalte Infineon staatliche Beihilfen von 319 Millionen Euro im Rahmen des europäischen Chips Act, erläuterte der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker auf einer Pressekonferenz. Er wies auf die positiven Effekte für die Wirtschaft seines Landes hin. "Jeder Arbeitsplatz bei Infineon sichert knapp drei weitere in Österreich." Der deutsche Konzern hat dort etwa 5800 Beschäftigte. Infineon-Chef Hanebeck betonte, dass unter anderem die Kompetenz der Mitarbeiter und ein verlässliches politisches Umfeld den Ausschlag für Villach gegeben hätten.

ZUKUNFTSMARKT KI-RECHENZENTREN

Produkte rund um die Stromversorgung von Rechenzentren sind ein wichtiger Wachstumstreiber für Infineon. Im auslaufenden Geschäftsjahr 2025/2026 dürfte der Münchener Konzern damit einen Umsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro erzielen. Auf 300-Millimeter-Wafer passen 2,3-mal so viele Chips wie auf die bislang meistgenutzte 200-Millimeter-Variante. Schätzungen zufolge wird sich das weltweite Marktvolumen für GaN-Chips bis 2031 auf 3,5 Milliarden Euro versechsfachen. Hanebeck erhofft sich von der neuen Villacher Anlage einen Beitrag von jährlich 1,5 Milliarden Euro zum Konzernumsatz.

Infineon befindet sich aktuell auf Expansionskurs. Das Unternehmen eröffnete im Juli ein neues, fünf Milliarden Euro teures Werk in Dresden. Dies war die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Im Oktober weihte der Konzern eine weitere Fertigungsanlage in Thailand ein.