China will mit Exportkontrollen seine Vormachtstellung bei Solartechnik sichern
Peking, 18. Okt (Reuters) - China will die Ausfuhr von zwölf Schlüsseltechnologien zur Herstellung von Solaranlagen unter Exportkontrolle stellen. Begründet wird dies mit Bedenken wegen der nationalen Sicherheit. Das Handelsministerium in Peking schlug vor, die Photovoltaik-Technologien auf die Liste für Ausfuhrkontrollen zu setzen. Eine stärkere Aufsicht sei notwendig, da Solartechnologien zunehmend in sensiblen Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt sowie der Landesverteidigung eingesetzt würden, hieß es in einer Erklärung. Die Maßnahme ist Teil einer am Freitag angekündigten umfassenderen Überarbeitung der Exportregeln, die auch die Bereiche Künstliche Intelligenz und Biotechnologie betrifft.
Die Ausfuhrbeschränkungen zielten darauf ab, "der Gefahr vorzubeugen, dass Technologien außer Kontrolle geraten oder unsachgemäß verbreitet werden, während gleichzeitig der normale internationale Austausch und die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie geschützt werden", teilte das Ministerium mit. Analysten zufolge will China damit seine Vormachtstellung auf dem Solarmarkt sichern, während Länder wie die USA und Indien versuchen, eine eigene Produktion aufzubauen. Ein solcher Schritt könnte die Pläne von US-Firmen wie TeslaTSLA.O gefährden, ihre Produktion in den Vereinigten Staaten auszuweiten. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits über frühere Gespräche zu dem Thema sowie über Exportdrosselungen nach Indien berichtet.
Vollständig verboten werden soll dem Vorschlag zufolge die Ausfuhr von Technologien zur Herstellung bestimmter dünner Wafer sowie von Perowskit- und Tandem-Solarzellen. Bei Perowskit handelt es sich um eine Technologie, die höhere Wirkungsgrade verspricht. Tandemzellen kombinieren verschiedene Schichten, um ein breiteres Spektrum des Sonnenlichts zu nutzen.
Auch die Technologie zur Herstellung von Polysilizium in großen Wirbelschichtreaktoren soll betroffen sein. Dieses Verfahren gilt als kostengünstiger und energieeffizienter als das vorherrschende Siemens-Verfahren. Die Ausfuhr anderer fortschrittlicher Solarzellentechnologien soll zudem beschränkt, aber nicht verboten werden. Die neue Regelung ist noch nicht in Kraft. Bis zum 15. November können Stellungnahmen dazu eingereicht werden.