Britische Modehändler zwischen Jubel und Sanierungskurs

Von Reuters News

- Die britischen Modehändler NextNXT.L und AsosASOS.L haben ein gemischtes Bild von der Kauflaune der Verbraucher gezeichnet. NextNXT.L glänzte zwar mit einem überraschend starken Umsatzplus, verdankte dies aber fast ausschließlich dem boomenden Geschäft im Ausland. Der reine Online-Händler AsosASOS.L kämpft unterdessen weiter mit sinkenden Erlösen, konnte seinen Verlust aber dank Sparmaßnahmen mehr als halbieren. Grund dafür seien höhere Margen, Kostensenkungen und ein Fokus auf den Verkauf zum vollen Preis statt auf Rabatte, teilte Asos am Donnerstag mit. Die Kundenzahl sei zuletzt wieder leicht auf 16,5 Millionen gestiegen. Daran habe auch ein Cyberangriff im Oktober nichts geändert, der den Konzern nach eigenen Angaben zwischen zwei und vier Prozent des Warenwerts kostete.

Für das im August abgelaufene Geschäftsjahr meldete Asos einen bereinigten Kerngewinn von 170,3 Millionen Pfund und übertraf damit die Markterwartungen. Der Umsatz schrumpfte um neun Prozent auf 1,24 Milliarden Pfund, während sich der bereinigte Verlust vor Steuern auf 46,4 Millionen mehr als halbierte. Für das laufende Geschäftsjahr stellte Asos einen bereinigten Kerngewinn von 180 bis 200 Millionen Pfund in Aussicht – ein Wert, der über dem vom Unternehmen ermittelten Marktkonsens von 177 Millionen Pfund liegt. Die Asos-Aktien kletterten um rund 4,5 Prozent.


NEXT LEGT ZU - ONLINE-GESCHÄFT BRUMMT

Next glänzte derweil im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von 8,1 Prozent, wie die Firma mitteilte. Das internationale Online-Geschäft habe dabei um mehr als 30 Prozent zugelegt, während der wichtige Heimatmarkt geschwächelt habe. Der Vorstand bekräftigte seine Gewinnprognose für das Ende Januar auslaufende Bilanzjahr: Erwartet wird ein Ergebnis von 1,255 Milliarden Pfund, nach 1,158 Milliarden im Jahr zuvor. Wie andere Händler kämpfen auch die britischen Modefirmen mit der Konkurrenz durch chinesische Anbieter und einer Kaufzurückhaltung der Kunden angesichts hoher Lebenshaltungskosten. Die Next-Aktien lagen am Vormittag 0,7 Prozent im Plus.