Borouge International will Produktion auf 13,8 Mio Tonnen ausbauen
Wien, 04. Nov (Reuters) - Der Polyolefin-Hersteller Borouge International will seine jährliche Produktionskapazität bis 2030 auf 13,8 Millionen Tonnen steigern. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, treibt es dazu Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Europa voran. So wurde mit Linde Engineering der Ausbau von Cracker-Anlagen in den VAE vereinbart. In Belgien erreichte zudem eine neue Propan-Dehydrierungsanlage mit einer Kapazität von 750.000 Tonnen pro Jahr die mechanische Fertigstellung. Die Inbetriebnahme wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Polyolefine sind Kunststoffe, die unter anderem für Verpackungen, Automobilteile und Textilien verwendet werden.
Die Projekte sind Teil einer umfassenden Wachstumsstrategie, zu der auch das Großprojekt Borouge 4 in den VAE mit einer zusätzlichen Kapazität von 1,4 Millionen Tonnen sowie neue Anlagen in Deutschland und Österreich gehören.
Erst in der Vorwoche hatte das Unternehmen für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch gemeldet: Trotz einer um elf Prozent auf gut 2,6 Millionen Tonnen gestiegenen Absatzmenge halbierte sich der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im Vergleich zum Vorquartal auf 899 Millionen Dollar. Der Jahresüberschuss brach sogar um 83 Prozent ein. Das Unternehmen begründete den Gewinnrückgang mit gesunkenen Preisen, rechnet für das vierte Quartal jedoch mit einer deutlichen Verbesserung.
Borouge International mit Hauptsitz in Wien entstand 2026 aus dem Zusammenschluss von Borealis, Borouge Plc und Nova Chemicals und gehört dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMVOMVV.VI sowie XRG, dem Investmentarm des staatlichen Ölkonzerns von Abu Dhabi, AdnocADNOC.UL. Der ursprünglich für 2026 geplante Börsengang wurde wegen des schwierigen Marktumfelds auf 2027 verschoben.