Bericht über Probleme bei Rechenzentrumsprojekt setzt Oracle zu
Frankfurt, 24. Sep (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
16.15 Uhr - Ein Medienbericht über Probleme bei einem Rechenzentrumsprojekt von OracleORCL.N hat die Anleger verunsichert. Die Papiere des US-Softwarekonzerns büßen mehr als sieben Prozent ein. Oracle wolle sich vor möglichen Kostensteigerungen bei einem großen Rechenzentrumsprojekt in New Mexico schützen und habe dem Projektentwickler Blue OwlOWL.N dazu eine Erklärung über sogenannte höhere Gewalt übermittelt, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Unternehmen berufen sich üblicherweise auf höhere Gewalt, um von vertraglichen Verpflichtungen entbunden zu werden, wenn unvorhersehbare Probleme auftreten. Oracle beabsichtige, Zahlungen aufzuschieben, falls das Projekt mit dem Namen "Jupiter" ins Stocken geraten und nicht wie geplant 2028 ans Netz gehen sollte, hieß es im Bloomberg-Bericht weiter. Reuters konnte die Meldung nicht unabhängig überprüfen. Oracle und Blue Owl reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
16.00 Uhr - Die Rücknahme eines milliardenschweren Übernahmeangebots hat die Aktien des US-Kasinobetreibers MGM ResortsMGM.N auf Talfahrt geschickt. Die Titel verlieren an der Wall Street um mehr als zehn Prozent auf 33,73 Dollar. Damit fallen sie auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten und geben alle Gewinne seit der Ankündigung der Offerte im Juni wieder ab. Das vom Medienmogul Barry Diller geführte Unternehmen People IncPPLI.O hat nach eigenen Angaben sein mehr als 18 Milliarden Dollar schweres Angebot zurückgezogen, alle restlichen Anteile an MGM zu erwerben. People hält bereits 27 Prozent an dem Kasinobetreiber. Als Grund für den Rückzug nannte Diller, man habe nicht das Gefühl gehabt, "dass sich die Dinge so entwickelten, wie wir es uns erhofft hatten". Analysten zeigten sich von dem Schritt nicht überrascht. "Wir glaubten nicht, dass ein Gebot von 48,30 Dollar pro Aktie den MGM-Vorstand überzeugen würde", schrieben die Experten des Finanzdienstleisters Mizuho. Zugleich sei das Wachstum des Unternehmens zuletzt uneinheitlich gewesen.
10.47 Uhr - Versorgungsängste durch die unklare Gemengelage im Nahost-Krieg gewinnen am Ölmarkt wieder die Oberhand. Die Preise für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI legen nach anfänglichen Verlusten zu. Die Notierungen steigen um jeweils rund drei Prozent auf 106,50 beziehungsweise 94,67 Dollar je Fass. Experten zufolge sind die Anleger hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran und der Aussicht auf eine vorerst anhaltend angespannte Versorgungslage.
10.40 Uhr - Die Verkaufswelle bei Anleihen aus der Euro-Zone rollt weiter, da robuste Konjunkturdaten und hohe Ölpreise die Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) anheizen. Besonders heftig ist der Ausverkauf in Frankreich, wo die hohe Verschuldung und politische Ungewissheit die Anleger umtreiben. Die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihen steigt auf 4,689 Prozent und markiert den höchsten Stand seit Ende Juli 2008. Der Renditeaufschlag, den Anleger für zehnjährige französische Staatsanleihen im Vergleich zu deutschen Papieren verlangen, klettert auf 111 Basispunkte und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 2012. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen zieht auf ein Neun-Tages-Hoch von 3,571 Prozent an, nach 3,548 Prozent am Vortag. Die Verzinsung der italienischen Pendants erhöht sich auf 4,533 Prozent.
10.15 Uhr - Trotz des besser als erwartet ausgefallenen Ifo-Index gibt der Dax.GDAXI leicht nach. Der deutsche Leitindex fällt um bis zu 0,9 Prozent auf ein Tagestief von 25.180 Zähler. Zuvor hatte der Dax gut 0,4 Prozent schwächer notiert. Der Euro liegt kaum verändert bei 1,1392 Dollar. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte, nach 88,8 Zählern im August und damit das fünfte Mal in Folge. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 89,0 Punkten gerechnet.
07.55 Uhr - Nach einer Kaufempfehlung der Citigroup stehen die Papiere des Triebwerkslieferanten MTU Aero EnginesMTXGn.DE am Donnerstag bei Lang & Schwarz an der Dax.GDAXI-Spitze. Die Titel legen drei Prozent zu. Die Analysten haben die Aktien auf "Buy" von "Sell" gesetzt.