Bericht: Microsoft beendet KI-Vertrag mit Oracle
Bangalore, 06. Nov (Reuters) - MicrosoftMSFT.O lässt einem Medienbericht zufolge eine Vereinbarung zur Anmietung von Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) von OracleORCL.N auslaufen. Dies sei Teil einer umfassenderen Überprüfung von Cloud-Partnerschaften in Milliardenhöhe, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Insider. Der Softwarekonzern habe den Vertrag nicht verlängert und die Kapazitäten in den vergangenen Monaten schrittweise abgeschaltet. Die Oracle-Hardware mit Chips einer älteren Generation von NvidiaNVDA.O habe den sich wandelnden Anforderungen von Microsoft nicht mehr entsprochen. Ein Oracle-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Nachfrage nach der KI-Infrastruktur des Unternehmens bleibe stark, auch bei Grafikprozessoren älterer Generationen.
Microsoft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Bericht ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass der Softwarekonzern die Beschaffung von Rechenleistung überdenkt, um mehr aus seinen massiven KI-Investitionen herauszuholen. So teilte das KI-Cloud-Unternehmen IrenIREN.O am Donnerstag mit, es habe einige Infrastruktur-Lieferungen verschoben, nachdem Microsoft Änderungen am Netzwerkdesign verlangt habe. Bloomberg zufolge verschärft der Windows-Entwickler angesichts von Verzögerungen und steigenden Kosten zudem die Kontrolle über bestimmte Rechenzentrumsprojekte, die von Neocloud-Anbietern wie Iren, Nebius und Nscale betrieben werden.
Oracle hatte die mehrjährige Vereinbarung mit Microsoft 2023 bekanntgegeben. Damals hieß es, Microsoft werde die KI-Infrastruktur von Oracle nutzen, um die KI-gestützte Version seiner Suchmaschine Bing zu betreiben. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Die Aktien beider Unternehmen zeigten sich am Freitagnachmittag kaum verändert. Im Wochenverlauf waren die Papiere jedoch unter Druck geraten. Auslöser war der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen. Er schürte Sorgen über eine strengere Aufsicht, die das rasante Wachstum der KI-Branche gefährden könnte.